Alkoholisiert in Menschengruppe gerast Staatsanwalt wirft Angeklagtem versuchten Mord vor

"Total betrunken" soll ein Autofahrer in eine Menschengruppe in Cuxhaven gefahren sein - das hat ein Zeuge zum Prozessauftakt gegen den Mann ausgesagt. Der Angeklagte selbst schwieg zu den Vorwürfen.

Angeklagter im Landgericht Stade
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Angeklagter im Landgericht Stade


In Stade hat der Prozess gegen einen Mann begonnen, der im November mit einem Auto betrunken in eine Menschengruppe in Cuxhaven gefahren sein soll. Der 29-Jährige muss sich dafür wegen versuchten Mordes in sieben Fällen sowie gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, den Tod der Menschen "zumindest billigend in Kauf" genommen zu haben.

Sieben Personen, die vor der Diskothek "Flair" in der Cuxhavener Innenstadt standen, wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Ein junger Mann erlitt unter anderem eine Schädelprellung, eine Gesichtsschädelprellung sowie Verletzungen an beiden Schultern. Er sei "bis auf Weiteres arbeitsunfähig", hieß es in der Anklage.

Der mutmaßlichen Tat soll ein Streit zwischen dem Beschuldigten und seinen Freunden vorausgegangen sein. Laut Anklageschrift konsumierten sie in dem Club "größere Mengen Alkohol". Als die Diskothek schloss, sei eine Diskussion über die Fahrtüchtigkeit des Angeklagten entbrannt, der zu diesem Zeitpunkt "stark alkoholisiert" und "zunehmend aggressiv" gewesen sei.

Drohung mit Klappmesser

Daraufhin sei er in sein Auto gestiegen und "ungebremst mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Stundenkilometern gezielt auf die Personengruppe" zugesteuert, so der Staatsanwalt. Etwa fünfzig Meter nach dem Zusammenprall sei das Auto mit einem Betonpoller kollidiert. Anschließend habe der Mann Zeugen mit einem "Klappmesser mit einer sechs bis acht Zentimeter langen Klinge bedroht". Die Polizei stellte später einen Blutalkoholwert von 1,97 Promille fest.

Zu den Vorfällen wurden mehrere Zeugen befragt, die mit dem Angeklagten befreundet und in der Tatnacht mit ihm zusammen in der Diskothek waren. Ein ehemaliger Mitbewohner des Angeklagten sagte aus, der 29-Jährige sei "total betrunken", seine Worte "nicht mehr verständlich" und seine Bewegungen "stark schwankend" gewesen. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass er ihn so erlebt habe. "Wenn er trinkt, trinkt er zu viel", sagte der 23-Jährige. Die anderen Zeugen stimmten diesen Aussagen zu.

Den Zusammenstoß mit der Menschengruppe sah nach eigenen Angaben keiner der Zeugen. Sie seien jedoch davon überzeugt, dass der Angeklagte die Opfer nicht absichtlich angefahren habe, sondern einfach viel zu betrunken gewesen sei. Sein ehemaliger Mitbewohner sagte: "Ich habe ihn nie zuvor aggressiv erlebt."

bbr/dpa

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