Cybermobbing US-Student nach Selbstmord eines Kommilitonen angeklagt

Gegen einen US-Studenten ist Anklage erhoben worden - weil er seinen homosexuellen Kommilitonen bei einem Treffen mit dessen Liebhaber gefilmt und die Bilder ins Netz gestellt haben soll. Das Opfer der Mobbing-Attacke brachte sich um.


Trenton - Der Vorfall hatte in den USA eine nationale Debatte über Mobbing ausgelöst: Der Student Tyler C. war im September 2010 von einer Brücke gesprungen, nachdem ihn sein Zimmernachbar und eine weitere Kommilitonin bei einem Treffen mit seinem Freund mit einer Webcam gefilmt hatten. Anschließend sollen sie die Bilder öffentlich gemacht haben.

Am Mittwoch (Ortszeit) verlas ein Gericht in Middlesex County im US-Staat New Jersey die 15 Punkte umfassende Anklageschrift, die dem Kommilitonen von Tyler C. unter anderem Einschüchterung, Verletzung der Privatsphäre, Beeinflussung von Zeugen sowie Vertuschung von Beweismaterial vorwirft.

Die Anwälte des Angeklagten erklärten hingegen, die Webcam-Aufnahme sei nur auf einem einzigen Computer zu sehen gewesen und habe keine Sexszenen enthalten.

Der 18-jährige Tyler C. galt als vielversprechender Geigenspieler und hatte erst kurz vor seinem Tod sein Studium an der Rutgers-Universität aufgenommen. Sein Suizid gehört zu einer Serie von aufsehenerregenden Selbstmorden junger Menschen, die entweder homosexuell waren oder denen entsprechende Neigungen nachgesagt wurden. US-Präsident Barack Obama und andere bekannte Persönlichkeiten griffen die Schicksale öffentlich auf.

wit/dapd

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