Dachau Unbekannte stehlen Tür mit "Arbeit macht frei"-Schriftzug

Diebe haben in der Holocaust-Gedenkstätte Dachau eine Tür mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei" gestohlen. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.

Eingangstor zur Gedenkstätte Dachau (Archivbild): Tür mit Schriftzug verschwunden
AFP

Eingangstor zur Gedenkstätte Dachau (Archivbild): Tür mit Schriftzug verschwunden


Dachau - Kurz vor Mitternacht war sie noch da, Sonntag früh nicht mehr: Unbekannte haben in der KZ-Gedenkstätte Dachau eine historische Tür mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei" gestohlen. Der Sicherheitsdienst stellte den Diebstahl am frühen Sonntag fest, wie die Polizei mitteilte. Die schwarze schmiedeeiserne Tür mit der zynischen Parole der Nazis misst knapp einen mal zwei Meter und ist Bestandteil eines größeren Tores in der Nähe des Haupteingangs.

Der oder die Täter mussten ein Flügeltor übersteigen, um auf das Gelände zu gelangen. Möglicherweise wurde das Tor mit einem Fahrzeug abtransportiert. Eine Suche in der näheren Umgebung der Gedenkstätte verlief zunächst erfolglos. Ob Neonazis oder ein "Sammler" hinter dem Diebstahl stecken, konnte ein Polizeisprecher vorerst nicht sagen.

"Eine schändliche Tat"

Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, hat sich entsetzt über den Diebstahl geäußert. "Es ist eine schändliche Tat."

Laut Freller gibt es in der Gedenkstätte zwar keine Videoüberwachung, das Gelände werde aber 24 Stunden am Tag von einem Sicherheitsdienst überwacht. Es sei allerdings ein großes Areal. Die Täter hätten die Zeit zwischen den Kontrollgängen des Sicherheitspersonals genutzt. Das Innenministerium sei sofort über den Diebstahl informiert worden.

Im Dezember 2009 hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben: Diebe hatten den Schriftzug "Arbeit macht frei" am Eingang der Gedenkstätte Auschwitz gestohlen. Wenige Tage später fand die Polizei den Schriftzug in drei Teile zerlegt im Norden Polens. Mehrere Täter wurden zu Haftstrafen verurteilt, darunter auch ein Schwede, dem vorgeworfen wurde, den Diebstahl beauftragt zu haben.

wbr/dpa



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