Angriffe in Darmstadt Polizeianwärter wegen Verdachts auf Gefangenenbefreiung festgenommen

Gegen rund 50 Personen wird nach Angriffen auf Polizisten bei einem Festival in Darmstadt ermittelt. Darunter ist auch ein angehender Kollege.


Bei den Angriffen auf Polizisten in Darmstadt ist auch ein Polizeikommissar-Anwärter festgenommen worden. Der 22 Jahre alte Mann soll versucht haben, seinen Status zu benutzen, um festgenommene Freunde zu befreien. Es bestehe daher der Verdacht auf Gefangenenbefreiung. Er habe sich aber wohl nicht an der Randale rund um das Schlossgrabenfest beteiligt, sagte ein Polizeisprecher. Die laufenden Ermittlungen könnten neben strafrechtlichen auch disziplinarrechtliche Folgen haben.

Nach dem Angriff auf die Beamten hat die Polizei rund 50 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zuvor waren 112 Personen nach dem Schlossgrabenfest vorübergehend festgenommen worden, teilte ein Sprecher mit. "Mittlerweile sind alle wieder auf freiem Fuß." Die Ermittlungsverfahren seien wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet worden. Die Polizei hat im Internet eine Seite eingerichtet, auf der Zeugen Fotos und Videos einstellen können.

Am Rande des Schlossgrabenfestes waren die Beamten in der Nacht zum Sonntag wegen Körperverletzungen und Lärmbelästigung in den Darmstädter Herrngarten gerufen worden. Dort wurden sie nach eigener Darstellung von mehreren Gruppen mit Flaschen und Steinen beworfen. 15 Beamte wurden verletzt. Mithilfe weiterer Kräfte räumte die Polizei schließlich den Park.

Die Gruppe habe sich nach derzeitigem Stand der Ermittlungen spontan zusammengerottet, sagte der Sprecher. Es habe wohl einen "Solidarisierungseffekt" gegeben. "Wir gehen davon aus, dass dem keine Strategie oder Planung zugrunde lag. Auch eine politische Motivation ist nicht erkennbar." Überwiegend habe es sich um junge Männer gehandelt, es seien aber auch Frauen darunter gewesen.

bbr/dpa



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