Einbrüche und Diebstähle De Maizière warnt vor organisierter Kriminalität in Deutschland

Die Zahl der Verdächtigen steigt, die Zahl der Ermittlungsverfahren auch: Innenminister de Maizière hat vor organisierter Kriminalität in Deutschland gewarnt. Banden seien in zunehmendem Maße für Einbrüche und Autodiebstähle verantwortlich.

BKA-Chef Ziercke (l.), Innenminister de Maizière: Warnung vor organisierter Kriminalität
DPA

BKA-Chef Ziercke (l.), Innenminister de Maizière: Warnung vor organisierter Kriminalität


Berlin - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat vor der anhaltenden Gefahr durch organisierte Kriminalität in Deutschland gewarnt. Diese Bedrohung dürfe auch angesichts der Lage in Syrien und im Irak nicht in Vergessenheit geraten, mahnte de Maizière.

Der Innenminister hob besonders den wachsenden Einfluss der organisierten Kriminalität bei Einbrüchen oder Kfz-Diebstählen hervor, die nur dem Anschein nach vielfach von Einzeltätern oder kleineren Banden verübt würden. In diesem Bereich verwischten die Grenzen zur Bandenkriminalität, sagte der Minister. "Die internationale Kriminalität ist an der Haustür angekommen", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke.

Diese Formulierung geht dem Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, nicht weit genug: "Die organisierte Kriminalität ist nicht erst an unserer Haustür angekommen, sie hat bereits die Türschwelle überschritten und ist mitten unter uns." Dies sei auch Folge des Personalabbaus bei der Polizei.

De Maizière versprach verstärkte Anstrengungen der Bundesregierung im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. So solle die Geldwäsche-Bekämpfung intensiviert und die Abschöpfung von Vermögen aus Straftaten vereinfacht werden. Die organisierte Kriminalität solle getroffen werden, wo es sie am meisten treffe. Er habe mit Justizminister Heiko Maas (SPD) vereinbart, mit Hochdruck an den Vorhaben zu arbeiten.

Laut dem aktuellen Lagebericht zur organisierten Kriminalität sind in Deutschland immer mehr kriminelle Banden aktiv - viele von ihnen werden aus Osteuropa gesteuert, genannt werden etwa Polen, Litauen und Albanien.

Die Zahl der Tatverdächtigen im Bereich der organisierten Kriminalität in Deutschland stieg 2013 um knapp 15 Prozent auf mehr als 9000 Personen. Deutsche Staatsbürger stellen unter den mutmaßlichen Angehörigen von Verbrecherbanden auch 2013 mit Abstand die größte Gruppe (40,5 Prozent).

Auch die Zahl der Ermittlungsverfahren sei von 568 auf 580 Verfahren gestiegen, sagte Ziercke. Seinen Angaben zufolge kämpfen die Behörden mit wachsenden Problemen bei der Überwachung, weil Banden in stärkerem Maße Verschlüsselungssoftware benutzten. De Maizière zufolge ist zudem die Kooperationsbereitschaft einiger Länder bei der Kriminalitätsbekämpfung nicht optimal.

hut/AFP/dpa



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