Dead Mom Walking Betrüger gab sich als seine tote Mutter aus

Mehr als 100.000 Dollar soll sich der Amerikaner Thomas Parkin dreist ergaunert haben. Der 49-Jährige gab sich als seine verstorbene Mutter aus. Er marschierte sogar als alte Frau verkleidet zu Behörden.


New York - Blondes Haar, große Sonnenbrille, eine sportliche rote Jacke: Die alte Dame, die am 29. April dieses Jahres die Schalterhalle des Straßenverkehrsamts im New Yorker Stadtteil Brooklyn betrat, wirkte schick, adrett, keinesfalls auffällig. Irene Prusik, 77, war gekommen, um ihren Führerschein verlängern zu lassen. An ihrer Seite: Ihr Neffe Mhilton Rimolo, 47, der sich um sie kümmerte.

Doch die Bilder, die an jenem Tag von der Überwachungskamera aufgezeichnet wurden, zeigen nicht die ganze Wahrheit. Irene Prusik starb nämlich bereits vor sechs Jahren. Seitdem soll ihr Sohn Thomas Parkin, 49, ein Vermögen erschwindelt haben, indem er vorgab, seine Mutter zu sein.

Parkin und dem vermeintlichen Neffen Rimolo soll demnächst in Brooklyn der Prozess gemacht werden. Ihnen wird Betrug, Verschwörung, Fälschung, Meineid und betrügerisches Auftreten zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung droht den Männern eine Haftstrafe von bis zu 25 Jahren.

"Die Angeklagten haben eine jahrelange Betrugskampagne durchgezogen, die in ihrem Ausmaß und ihrer Dreistigkeit ihresgleichen sucht", sagte Staatsanwalt Charles J. Hynes dem Sender CNN.

Parkin, zum Zeitpunkt des Ablebens seiner Mutter hochverschuldet, fälschte zunächst den Totenschein, auf dem er eine falsche Sozialversicherungsnummer eintrug. Behördlich war Irene Prusik somit weiterhin lebendig.

Parkin ließ sich in den kommenden Jahren ihre staatliche Unterstützung auszahlen - insgesamt 52.000 Dollar - und kassierte zudem Mietkostenzuschüsse in Höhe von 65.000 Dollar. Wenn er bei Behörden vorstellig werden musste, war der "Neffe" Rimolo dabei, der sich für seine "Tante" verbürgte.

Der Fall flog schließlich auf, weil die Männer zu übermütig wurden. Parkin hatte sich auf eine juristische Auseinandersetzung um eine Immobilie eingelassen - und sich sogar - als Irene Prusik - bereiterklärt, die misstrauisch gewordenen Ermittler zu treffen.

Am Dienstag wurde Parkin festgenommen, er und auch sein Komplize Rimolo bezeichneten sich bei der Anklageerhebung als "nicht schuldig".

"Ich habe meine Mutter in den Armen gehalten, als sie starb und ihren letzten Atemzug tat, also bin ich meine Mutter", sagte Parkin.

Staatsanwalt Hynes dürfte sich damit kaum zufriedengeben: "Was verbrecherische Kreativität angeht, ist das hier der Gipfel."

pad



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