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Demjanjuk-Prozess "Die Menschen sollen nicht vergessen"

Blick durch das Haupttor des Konzentrationslagers AuschwitzZur Großansicht
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Blick durch das Haupttor des Konzentrationslagers Auschwitz

4. Teil: Geertrudia Zeehandelaar-Beffie, geboren 1922

Der Vater von Geertruida Zeehandelaar-Beffie war ein erfolgreicher Diamantenhändler in Amsterdam. Als ihr Bruder Eduard im August 1941 nicht mehr zurückkehrte, nachdem er von den Deutschen festgenommen worden war, fassten die Eltern den Entschluss, dass wenigstens eins der Kinder in Sicherheit gebracht werden müsse.

Der Vater stellte Verbindungen zur niederländischen Untergrundbewegung her. Ein Mann versprach, es gebe deutsche Gestapo-Männer, die gegen großzügige Bezahlung jüdische Kinder in Sicherheit brächten. Es wurde verabredet, dass Geertrudia, damals 19, in einer Gruppe mit drei jüngeren Mädchen aufbrechen solle.

Sie reisten mit dem Zug von Amsterdam nach Paris, in Begleitung von zwei Gestapo-Offizieren. Die Offiziere wiesen sie an, nach einer Übernachtung einen Zug nach Südfrankreich zu nehmen, in eine Stadt namens Hendaye am Fuße der Pyrenäen. Die Kinder wurden dort abgeholt, Geertrudia machte sich mit ihrem Koffer auf den Weg in Richtung spanischer Grenze.

Dort nahm sie ein Kontaktmann der niederländischen Untergrundbewegung in Empfang, sie wurde mit einem Pferdewagen nach San Sebastian gebracht, wo sie einen Zug nach Bilbao nahm.

Dort warteten schon über tausend Flüchtlinge auf ein Schiff, das ungefähr einmal pro Monat nach Havana in Kuba ablegte. Die Passage kostete 1000 Dollar pro Person, das Geld wiesen die Tante und deren Mann aus New York an, die dorthin aus Le Havre übergesetzt waren.

Die Reise dauerte 22 Tage, dann legte das Schiff an einer kleinen Insel bei Havanna an, die die amerikanische Flotte während des Krieges besetzt hatte. Dort beantrage Geertruida die Einreise in die USA, musste aber einige Wochen warten, bis sie im Dezember 1941 nach New York fahren durfte.

Der Bruder und andere Familienmitglieder wurden im Juli 1943 in Sobibór ermordet, Vater und Mutter an einem anderen, der Tochter nicht bekannten Ort.

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insgesamt 37 Beiträge
amarildo 29.11.2009
Wo ist der Prozess gegen alle dieser Schergen die im Nachkriegs-Deutschland (BDR, DDR) untergetaucht sind und ein unbesorgtes Leben gefuehrt habe. Der JD war nur ein Wachmann und die Justiz brauchte 65 Jahre um ihn vor Gericht [...]
Zitat von sysopIm Prozess gegen den mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk treten mehr jüdische Nebenkläger auf als bei jedem Verfahren zuvor. Ihre Angehörigen starben im KZ Sobibor, sie selbst entkamen nur durch Glück oder Zufall der Deportation. SPIEGEL ONLINE schildert das Schicksal von drei Überlebenden. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,663930,00.html
Wo ist der Prozess gegen alle dieser Schergen die im Nachkriegs-Deutschland (BDR, DDR) untergetaucht sind und ein unbesorgtes Leben gefuehrt habe. Der JD war nur ein Wachmann und die Justiz brauchte 65 Jahre um ihn vor Gericht zu stellen . Es scheint das die Schuld einer Nation auf einen unwichtigen alten Mann abgewaelzt wird. Er wird wohl im Gefaengnis sterben und die Nation wird sich dann besser fuehlen.
MonaM 29.11.2009
Das ist eine berechtigte Frage, oder besser: ein berechtigter Vorwurf. ---Zitat--- Es scheint das die Schuld einer Nation auf einen unwichtigen alten Mann abgewaelzt wird. ---Zitatende--- Die Schuld des Angeklagten D. muss [...]
Zitat von WhoopiiWo ist der Prozess gegen alle dieser Schergen die im Nachkriegs-Deutschland (BDR, DDR) untergetaucht sind und ein unbesorgtes Leben gefuehrt habe.
Das ist eine berechtigte Frage, oder besser: ein berechtigter Vorwurf. ---Zitat--- Es scheint das die Schuld einer Nation auf einen unwichtigen alten Mann abgewaelzt wird. ---Zitatende--- Die Schuld des Angeklagten D. muss das Gericht ja erst in dem kommenden Prozess feststellen. Warten wir ab, was dabei herauskommt. Aber Sie haben recht, zahllose Täter der mittleren und oberen NS-Funktionärsebenen konnten im Nachkriegsdeutschland unbehelligt leben und oft als geachtete Bürger in Freiheit sterben. Niemand sah sie als Verbrecher. ---Zitat--- Er wird wohl im Gefaengnis sterben und die Nation wird sich dann besser fuehlen. ---Zitatende--- Ich fürchte, die Nation (jedenfalls ein Teil davon) hat überhaupt das Gespür für Schuld und Verantwortung verloren, was die NS-Verbrechen angeht. Es ist ja "schon soo lange her"...
ernstjüngerfan 29.11.2009
Wenn man bei Demjanjuk die gleichen rechtlichen Kriterien und die gleiche Sorgfalt anwendet wie es beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gegenüber den jugoslawischen Kriegsverbrechern der Fall ,dann ist dieser [...]
Zitat von sysopIm Prozess gegen den mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk treten mehr jüdische Nebenkläger auf als bei jedem Verfahren zuvor. Ihre Angehörigen starben im KZ Sobibor, sie selbst entkamen nur durch Glück oder Zufall der Deportation. SPIEGEL ONLINE schildert das Schicksal von drei Überlebenden. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,663930,00.html
Wenn man bei Demjanjuk die gleichen rechtlichen Kriterien und die gleiche Sorgfalt anwendet wie es beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gegenüber den jugoslawischen Kriegsverbrechern der Fall ,dann ist dieser Prozess zu begrüßen. Es gibt aber die Befürchtung, daß trotz der fragwürdigen Beweislage im Falle des Ukrainers ein schrilles Mediengetöse den Prozessverlauf steuert.
alfredoneuman 29.11.2009
Der Angeklagte heißt nicht mölle oder Deutschland, sondern Demjanjuk.
Zitat von mölle...genug das sowas passiert ist...ABER...Schuld ist nicht übertragbar,ich fühle mich ABSOLUT nicht schuldig und die Nation kann nicht schuldig sein!
Der Angeklagte heißt nicht mölle oder Deutschland, sondern Demjanjuk.
MonaM 29.11.2009
Hat jemand gesagt, SIE seien schuldig? ---Zitat--- und die Nation kann nicht schuldig sein! ---Zitatende--- Sie trägt aber Verantwortung für den Umgang mit ihrer Vergangenheit, insbesondere mit denen in ihrem [...]
Zitat von mölle...genug das sowas passiert ist...ABER...Schuld ist nicht übertragbar,ich fühle mich ABSOLUT nicht schuldig
Hat jemand gesagt, SIE seien schuldig? ---Zitat--- und die Nation kann nicht schuldig sein! ---Zitatende--- Sie trägt aber Verantwortung für den Umgang mit ihrer Vergangenheit, insbesondere mit denen in ihrem Verantwortungsbereich, die Verbrechen begangen haben. Und darum geht es hier.
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Das Vernichtungslager Sobibor
Im Herbst 1941 beauftragte der Reichsführer-SS, Heinrich Himmler , den SS- und Polizeiführer des Distrikts Lublin im Generalgouvernement , Odilo Globocnik , im Rahmen der Endlösung der Judenfrage mit der Ermordung der dort lebenden Juden. Als Belzec , das erste Vernichtungslager der Aktion Reinhardt , zur Erfüllung des Mordprogramms nicht ausreichend erschien, begann die SS im Frühjahr 1942 mit dem Bau eines zweiten Vernichtungslagers in der Nähe von Sobibor . Seit Juli 1943 betrieb Himmler die Umwandlung von Sobibor in ein KZ . Am 14. Oktober 1943 wagten die Häftlinge einen Aufstand, der niedergeschlagen wurde, aber die Auflösung des Lagers zur Folge hatte. 47 der ausgebrochenen Häftlinge überlebten das Kriegsende und konnten Zeugnis ablegen vom Massenmord in Sobibor – einer von ihnen ist Thomas Blatt .





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