Mutter und Sohn getötet 53-jähriger Detmolder legt Geständnis ab

Thomas T. steht vor Gericht, weil er seine Nachbarin und ihr Kind erstochen haben soll. Vor Gericht hat er das zugegeben - jedoch das Motiv bestritten.

Beamte der Spurensicherung in Detmold (Archiv)
DPA

Beamte der Spurensicherung in Detmold (Archiv)


Vor dem Detmolder Landgericht hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Doppelmörder Thomas T. begonnen. Der 53-Jährige soll im September vergangenen Jahres seine 24-jährige Nachbarin und ihren sechs Jahre alten Sohn getötet haben. Beim Prozessauftakt legte er ein Geständnis ab.

Laut Anklageschrift wollte T. die Frau vergewaltigen, wie der WDR berichtete. Als die 24-Jährige Widerstand leistete, soll er sie im Keller des Mehrfamilienhauses mit einem Küchenmesser attackiert und die bewusstlose Frau danach in seine drei Stockwerke höher gelegene Wohnung getragen haben. Dort tötete er die Frau nach Darstellung der Staatsanwaltschaft mit Messerstichen in den Hals.

Beim Verstecken der Leiche in dem Mehrfamilienhaus in Nordrhein-Westfalen habe der kleine Sohn den Angeklagten überrascht. Um die Tat zu verdecken, habe er auch den Sechsjährigen getötet, sagte der Angeklagte. Er habe jedoch keinen Geschlechtsverkehr von der Frau gewollt, sondern nur versucht, sie auf die Wange zu küssen. Nach Angaben des Gerichtsmediziners gab es an beiden Leichen mehrere Abwehr- und Stichverletzungen.

Nach den Taten reinigte T. laut Anklage das Treppenhaus. Anschließend fuhr er demnach von Detmold mit dem Zug nach Osnabrück. Dort soll er das Messer entsorgt haben. Danach ging es weiter nach Hamburg. Die Polizei fahndete nach dem 53-Jährigen und konnte ihn schließlich wenige Tage nach der Tat festnehmen.

Der Mann sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess beraumte das Schwurgericht zunächst nur zwei weitere Verhandlungstage an. Eine Gutachterin will ihre Ausführungen am kommenden Montag vorlegen, sie sprach aber bereits am Donnerstag von einer "relevanten intellektuellen Minderbegabung" beim Angeklagten.

Ein Urteil könnte bereits Mittwoch fallen. T. war 2005 bereits wegen Mordversuchs zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

fok/AFP/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.