Detmold - Arzu Ö. musste sterben, weil ihre Familie den Lebenswandel der jungen Kurdin nicht akzeptierte. Die 18-Jährige hatte eine Beziehung mit einem Deutschen und wurde dafür im November 2011 von ihren Geschwistern in einem Waldstück bei Lübeck ermordet. Nun hat die Staatsanwaltschaft Detmold Anklage gegen Arzus Eltern erhoben.
Der 52 Jahre alte Vater solle sich wegen Anstiftung zum Mord und Beihilfe zur Geiselnahme verantworten, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Die Mutter soll ihrer Tochter nicht geholfen haben, als der Vater und ein Bruder Arzu verprügelten und einsperrten. Das Schwurgericht muss nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird.
Im Mai hatte das Landgericht für fünf Geschwister Arzus lange Haftstrafen verhängt. Arzus Bruder Osman Ö. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt - er hatte die tödlichen Schüsse auf seine Schwester abgefeuert. Die Brüder Kemal und Elvis Ö. wurden wegen Geiselnahme zu Freiheitsstrafen von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Sie sollen geholfen haben, Arzu aus der Wohnung ihres Freundes zu entführen. Die an der Tat beteiligten Geschwister Sirin und Kirer Ö. wurden wegen Beihilfe zum Mord und Geiselnahme zu je zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
ulz/dpa
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