Nach Schiffsentführung Mutmaßlicher Pirat in Deutschland festgenommen

6000 Kilometer vom Tatort entfernt hat die deutsche Polizei einen mutmaßlichen Piraten aus Somalia festgenommen. Der Mann soll illegal nach Deutschland eingereist sein. Seine Fingerabdrücke passen zu einer Schiffsentführung am Horn von Afrika.

Tanker "Marida Marguerite": 2010 vor Südküste des Oman entführt
LKA Niedersachsen

Tanker "Marida Marguerite": 2010 vor Südküste des Oman entführt


Gießen/Mogadischu - Kurioser Fahndungserfolg für die deutsche Polizei: Weil seine Fingerabdrücke zu einer Schiffsentführung im Jahr 2010 passen, haben Ermittler in Hessen einen mutmaßlichen somalischen Piraten festnehmen können. Das teilte das niedersächsische Landeskriminalamt mit.

Danach sei der Mann bereits am vergangenen Mittwoch in einer sogenannten Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen festgenommen worden. Er sei illegal und womöglich mit falschen Papieren nach Deutschland eingereist. Die Bundespolizei habe seine Fingerabdrücke genommen, dabei fiel offenbar die Verbindung zu der Schiffsentführung auf.

"Aufgrund der Fingerabdrücke ist er dringend verdächtig, an der Entführung des Schiffes 'Marida Marguerite' im Mai 2010 südlich der omanischen Küste beteiligt gewesen zu sein", heißt es in der LKA-Mitteilung. Die Ermittler werfen dem Mann vor, für die Versorgung des entführten Schiffs mit Nahrungsmitteln sowie für die Buchführung der Piraten zuständig gewesen sein. Der Somalier habe bereits ein Teilgeständnis abgelegt.

Das Amtsgericht Osnabrück erließ Haftbefehl wegen erpresserischen Menschenraubes und gefährlicher Körperverletzung. Sollte er verurteilt werden, droht dem Verdächtigen eine Freiheitstrafe zwischen fünf und 15 Jahren.

rls



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gary14169 13.05.2013
1. Halb so schlimm...
Wenn er "Pech" hat, kommt er viele Jahre lang in ein deutsches Gefängnis. Dort hat er einen Lebensstandard, de höher ist als für 95 % seiner Landsleute einschließlich Rücksicht auf seine Religion (Ramadan etc.). Wenn er Glück hat, kommt er nach kurzer Zeit wieder frei, und er kehrt in seinen bisherigen "Beruf" zurück, mit astronomischem Einkommen. Gegenfrage: Warum sollen wir für ausländische Kriminelle bezahlen. Er kann doch in Afrika ins Gefängnis gehen...Ach ja, ich vergaß: auch Mörder haben "Rechte", leider nicht ihre Opfer. Ein Knast in seiner Heimat ist ja viel zu inhuman...
Flari 13.05.2013
2.
Zitat von gary14169Wenn er "Pech" hat, kommt er viele Jahre lang in ein deutsches Gefängnis. Dort hat er einen Lebensstandard, de höher ist als für 95 % seiner Landsleute einschließlich Rücksicht auf seine Religion (Ramadan etc.). Wenn er Glück hat, kommt er nach kurzer Zeit wieder frei, und er kehrt in seinen bisherigen "Beruf" zurück, mit astronomischem Einkommen. Gegenfrage: Warum sollen wir für ausländische Kriminelle bezahlen. Er kann doch in Afrika ins Gefängnis gehen...Ach ja, ich vergaß: auch Mörder haben "Rechte", leider nicht ihre Opfer. Ein Knast in seiner Heimat ist ja viel zu inhuman...
Sie würden einen iranischen Auslandsterroristen nach einem Anschlag auf israelische oder christliche Einrichtungen oder einen arabischen Frauenverprügler bestimmt auch jeweils deren Gerichtsbarkeit überstellen... Sie scheinen richtig klug zu sein..
Ursprung 13.05.2013
3. Fingerabdruck gut und schoen
Zitat von sysopLKA Niedersachsen6000 Kilometer vom Tatort entfernt hat die deutsche Polizei einen mutmaßlichen Piraten aus Somalia festgenommen. Der Mann soll illegal nach Deutschland eingereist sein. Seine Fingerabdrücke passen zu einer Schiffsentführung am Horn von Afrika. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/deutsche-polizei-nimmt-mutmasslichen-piraten-aus-somalia-fest-a-899470.html
Wenn der Mann fuer die Verpflegung und Buchhaltung zustaendig war, heisst das fuer sich noch nicht zwingend, an einer Straftat beteiligt gewesen zu sein. Der hat vielleicht nur als Einmann- oder Familienfirma fuer andere Auftraggeber gejobbt, ohne sich gross den Kopp darueber zu machen. Er ist schliesslich kein Kriminalbeamter im Dienst gewesen. Jedenfalls fehlt im Artikel alles, was ihn als Pirat ueberfuehren koennte. Da ich nicht annehme, dass Staatsanwaelte und Kriminalisten hier jemanden einsperren, ohne eindeutige Hinweise, fehlt also das Wichtigste in dem Artikel, naemlich die Plausibilitaet, warum er in U-Haft genommen werden konnte. Die Fingerabdruecke allein koennens nicht sein.
jujo 13.05.2013
4.
Zitat von gary14169Wenn er "Pech" hat, kommt er viele Jahre lang in ein deutsches Gefängnis. Dort hat er einen Lebensstandard, de höher ist als für 95 % seiner Landsleute einschließlich Rücksicht auf seine Religion (Ramadan etc.). Wenn er Glück hat, kommt er nach kurzer Zeit wieder frei, und er kehrt in seinen bisherigen "Beruf" zurück, mit astronomischem Einkommen. Gegenfrage: Warum sollen wir für ausländische Kriminelle bezahlen. Er kann doch in Afrika ins Gefängnis gehen...Ach ja, ich vergaß: auch Mörder haben "Rechte", leider nicht ihre Opfer. Ein Knast in seiner Heimat ist ja viel zu inhuman...
Unsere Gefängnisse sind wahrscheinlich humaner als in vielen Ländern, selbst in der EU! Wenn Rumänen oder Bulgaren als Mitglieder, der diebischen Clans in Deutschland mal einsitzen müssen, sehen die das Wohlfühlurlaub!
si tacuisses 13.05.2013
5. Die einzige Frage ist die:
Zitat von FlariSie würden einen iranischen Auslandsterroristen nach einem Anschlag auf israelische oder christliche Einrichtungen oder einen arabischen Frauenverprügler bestimmt auch jeweils deren Gerichtsbarkeit überstellen... Sie scheinen richtig klug zu sein..
wie konnte er die Grenze Deutschlands oder eines EU-Landes problemlos passieren ? Ausweisen und im Herkunftsland den Prozess machen. Ergebnis: Nachhaltig, gerecht und kostengünstig für den deutschen Steuerzahler. Er wußte wohl auch zu Hause dass er kriminell war und das Gejammere über harte Strafen ist Quark. Mehr nicht.
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