Diamantenraub am Brüsseler Flughafen: 50 Millionen Dollar in fünf Minuten
Das war das Werk von Profis: Der Diamantenraub am Brüsseler Flughafen war offenbar präzise geplant. Acht Männer gaben sich als Polizisten aus und schlugen zu, als die Edelsteine auf dem Rollfeld verladen wurden. Nach fünf Minuten waren die Täter in der Dunkelheit verschwunden.
Brüssel - Bei dem spektakulären Coup am Brüsseler Flughafen haben die Täter laut Staatsanwaltschaft 120 Päckchen mit Rohdiamanten erbeutet. "Das war eine genau vorbereitete Tat", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Überfall habe lediglich fünf Minuten gedauert. "Das waren professionelle Täter." Die Diamanten sollten gerade auf ein Flugzeug nach Zürich verladen werden, als die Räuber zuschlugen.
Der Überfall begann am Montagabend um 19.47 Uhr. Laut Staatsanwaltschaft fuhren zwei schwarze Limousinen mit Blaulicht auf das Flughafengelände. Darin saßen jeweils vier vermummte Männer, bewaffnet mit Maschinenpistolen.
Der Flughafenverwaltung zufolge durchbrachen die Täter mit ihren Fahrzeugen die Absperrungen und drangen zum Rollfeld vor. Dort überfielen sie einen Werttransporter der Firma Brink's. Die Täter griffen zu und verschwanden unerkannt in der Dunkelheit. Dem Piloten, Co-Piloten und den Wachleuten des Werttransporters sei nichts passiert, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es seien keine Schüsse gefallen.
Es seien auch Passagiere an Bord des Flugzeugs gewesen - aber die hätten von dem Überfall nichts mitbekommen, so die Staatsanwaltschaft.
Nach Angaben des World Diamond Centre in Antwerpen hatte die Beute einen Wert von 50 Millionen Dollar (37 Millionen Euro). Eine Sprecherin sprach von einem der größten Diamantenraubzüge der Geschichte. Die Staatsanwaltschaft wollte die hohe Summe nicht bestätigen.
Den Angaben zufolge sollten die ungeschliffenen Edelsteine nach Zürich gebracht werden. Zu den Lieferanten und den Käufern wollte sich die Sprecherin des World Diamond Centre nicht äußern.
Brink's ist ein global operierender Sicherheitsdienstleister aus den USA. Auf der Internetseite seiner deutschen Tochter wirbt das Unternehmen mit dem Slogan: "Denn seit 1859 hat keiner unserer Kunden auch nur einen uns anvertrauten Cent verloren."
Der Flugverkehr wurde nach Angaben des Flughafens nicht gestört. Eines der mutmaßlichen Fluchtautos wurde laut Staatsanwaltschaft später in Zellik in der Nähe von Brüssel gefunden.
hut/dpa/AFP
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