Verdacht auf versuchte Erpressung Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dieter Wedels Ex-Partnerin

Dieter Wedel ist der wohl prominenteste Beschuldigte in der deutschen #MeToo-Debatte. Jetzt hat der Regisseur seine langjährige Partnerin angezeigt. Sie soll versucht haben, ihn zu erpressen.

Dieter Wedel
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Dieter Wedel


Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Erpressung gegen Dieter Wedels Ex-Partnerin Dominique Voland. "Es geht um eine Geldforderung, verbunden mit der Drohung, sonst Details aus der Beziehung zu veröffentlichen", sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Den Ermittlungen sei eine Strafanzeige des bekannten deutschen Regisseurs vorausgegangen.

Wedels Ex-Partnerin wird laut Staatsanwaltschaft verdächtigt, mehrere Hunderttausend Euro verlangt zu haben. Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf die Anzeige, die Forderung soll in einem Telefonat geäußert und von zunächst 150.000 Euro im Verlauf des Gesprächs auf 300.000 Euro erhöht worden sein.

Voland lehnte laut der Boulevardzeitung einen Kommentar zu dem Ermittlungsverfahren ab. "Ich möchte zu diesem Thema gegenwärtig keine Auskunft geben", wird sie zitiert. Dem SPIEGEL gelang es bislang nicht, Kontakt zu der 40-Jährigen aufzunehmen. Wedel und Voland waren bis 2012 ein Paar, gemeinsam haben sie einen erwachsenen Sohn.

Ermittlungen wegen Verleumdung eingestellt

Die Hamburger Staatsanwaltschaft befasste sich nach SPIEGEL-Informationen ebenfalls mit den Vorwürfen gegen Wedels Ex-Partnerin. Hintergrund ist ein "Gala"-Interview, in dem Voland den Regisseur unter anderem als "Despot, Choleriker und Narzisst" bezeichnet hatte.

Weil die Zeitschrift zum Verlag Gruner und Jahr gehört, der seinen Sitz in Hamburg hat, wurde das in Berlin anhängige Verfahren gegen Voland abgetrennt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg befasste sich mit den Vorwürfen von Wedels Anwälten zu übler Nachrede und Verleumdung.

"Die Äußerungen von Frau Voland erfüllen keinen Straftatbestand", sagte aber ein Sprecher der Hamburger Anklagebehörde. Sie habe in dem Interview keine Tatsachen behauptet, deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen wäre, sondern nur persönliche Wertungen vorgenommen. Das Verfahren sei deshalb am 23. März eingestellt worden.

Voland hatte der "Gala" mit Blick auf die Vorwürfe gegen Wedel zu sexuellem Missbrauch unter anderem gesagt: "Aus eigenem Erleben mit diesem Mann habe ich Grund zur Annahme, dass die beschriebenen Ereignisse der Wahrheit entsprechen. Ich glaube diesen Frauen."

Davon, dass Wedel Frauen sexuell belästigt haben soll, habe sie nichts gewusst, habe aber "im Laufe der Beziehung auf demütigende Weise festgestellt, dass er noch andere sexuelle Beziehungen hatte". Wedels Anzeige erfolgte laut dem Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft nach Veröffentlichung des Interviews.

Wedel ist in Deutschland der erste prominente Mann, der seit Anfang 2018 im Mittelpunkt der deutschen #MeToo-Debatte steht. Mehrere Schauspielerinnen hatten ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf eine nicht verjährte Sexualstraftat. Wedel selbst wies die Vorwürfe per eidesstattlicher Versicherung zurück.

apr/fok

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