Doping in Fitnessstudios Ermittler schnappen mutmaßliche Anabolikahändler

Enormer Schlag gegen den illegalen Handel mit Anabolika: Die Kriminalpolizei hat im Rhein-Neckar-Raum und in Rheinland-Pfalz elf Wohnungen durchsucht und eine erhebliche Menge leistungssteigernder Präparate sichergestellt. Drei Personen wurden verhaftet.


Heidelberg - Nach Angaben der Ermittler wurden am 5. November elf Wohnungen in Mannheim, Ludwigshafen und Dannstadt-Schauernheim durchsucht. Zwei Männer und eine Frau aus Mannheim im Alter von 22 bis 29 Jahren befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft. Sie sollen bandenmäßig in größeren Mengen mit anabolen Steroiden und anderen verbotenen Arzneimitteln gehandelt haben.

Den Angaben zufolge wurden bei den Durchsuchungen mehr als 70.000 Konsumeinheiten Anabolika in Tablettenform, über 6000 Testosteron-Ampullen sowie kleinere Mengen Amphetamin und Marihuana entdeckt. Auch eine scharfe Pistole und andere Waffen wie Schlagringe, Klappmesser und sogenannte Totschläger sowie 3500 Euro Bargeld wurden gefunden. Zudem stellten die Beamten acht Computer, zahlreiche Datenträger und schriftliche Unterlagen sicher.

Die illegalen Arzneimittel stammen aus Untergrund-Laboren im Ausland, unter anderem in Thailand, Iran und Rumänien. Sie sollen für Kunden im Amateursport bestimmt gewesen sein. Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen sieben Beschuldigte. Neben den drei Hauptbeschuldigten, gegen die Haftbefehl erlassen wurde, gibt es vier weitere Verdächtige. Sie wurden vorläufig festgenommen, befinden sich nach Vernehmungen aber wieder auf freiem Fuß.

In einem weiteren Verfahren ermittelt die Heidelberger Polizei gegen einen 23-Jährigen aus dem Raum Weinheim. Er soll als Einzeltäter Kunden aus ganz Deutschland mit illegalen Muskelaufbaupräparaten und Potenz steigernden Medikamenten versorgt haben. Er wurde bereits im September festgenommen.

jdl/ddp

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