Polizei kritisiert Gaffer bei Unfall "Sinnloses und rücksichtsloses Verhalten"

Während des Rettungseinsatzes nach einem schweren Autobahnunfall auf der A1 sollen sich Dutzende Gaffer rücksichtlos verhalten haben. Nun drohen ihnen rechtliche Konsequenzen.


Nach einem Verkehrsunfall mit Schwerverletzten auf der A1 hat die Dortmunder Polizei das Verhalten zahlreicher Gaffer scharf kritisiert. Den Ermittlern zufolge filmten Autofahrer den anschließenden Rettungseinsatz. Sie lösten damit demnach nicht nur einen Stau aus, sondern gefährdeten auch den Verkehr.

Der Unfall mit vier Lastwagen hatte sich am Donnerstag unweit der Anschlussstelle Kamen-Zentrum ereignet. Laut Polizei hätten sich anschließend auf der Gegenfahrbahn "unglaubliche Szenen" abgespielt. "Dutzende Verkehrsteilnehmer, insbesondere Lkw-Fahrer, präsentierten ein offenkundig erkenntnisfreies Verhalten", hieß es.

Unter anderem sei gefilmt worden, wie die Rettungskräfte an der Unfallstelle mit der Befreiung und Versorgung der Eingeklemmten und Verletzten beschäftigt waren. Das "sinnlose und rücksichtslose Verhalten der Gaffer" führte laut Polizei auf der Gegenfahrbahn beinahe zu Unfällen, die nur durch die schnelle Reaktion anderer Fahrer verhindert wurden.

Die Beamten fotografierten an der Unfallstelle rund 50 Gaffer, die sich nun mit Strafanzeigen wegen der "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen" auseinandersetzen müssen. Laut Polizei droht ein Bußgeld von bis zu 150 Euro, ein Monat Fahrverbot und ein Punkt in Flensburg.

fek/dpa



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