Razzia in Dortmund Polizei hält 46 männliche Flüchtlinge fest

Großeinsatz in Dortmund: Die Polizei hat am frühen Morgen eine Zeltstadt für Asylbewerber durchsucht. Es gebe konkrete Hinweise auf Straftaten.


Die Polizei hat am Morgen eine Erstaufnahme in Dortmund durchsucht und 46 Männer mit auf das Präsidium genommen. Es gebe "konkrete Hinweise" auf Straftaten, die von allein reisenden nordafrikanischen Männern in der Unterkunft begangen worden seien, sagte ein Sprecher. Es gehe um Drogenhandel und Diebstahl. Außerdem habe man den dringenden Verdacht, dass manche Männer unter einer falschen Identität in der Zeltstadt leben.

Auf dem Präsidium würde die Identität der Personen festgestellt. Festnahmen gebe es bisher nicht, es handele sich um eine "Sammelidentitätskontrolle", so der Sprecher. Er betonte, dass Familien und allein reisende Frauen von dem Einsatz nicht betroffen seien. Man werde eine solche Aktion in unregelmäßigen Abständen wiederholen.

Es gehe auch darum, Flüchtlinge zu schützen, die tatsächlich Anspruch auf Asyl hätten. "Diese Menschen werden diskreditiert und geraten unter Generalverdacht durch diejenigen Straftäter, die das Asylrecht durch falsche Identitäten und Legenden missbrauchen", sagte der Sprecher.

Bei dem Einsatz am Morgen seien "starke Einsatzkräfte" etwa zweieinhalb Stunden vor Ort gewesen, sagte der Sprecher. Wie viele Beamte beteiligt waren, wollte er nicht sagen. Die Feststellung der Personalien verzögerte sich am Vormittag, weil es bei acht Männern einen Verdacht auf ansteckende Krankheiten gab. Es seien "ärztliche Vorsorgemaßnahmen" nötig, sagte der Sprecher.

Die ersten Überprüfungen erhärteten einen Verdacht in drei Fällen. Gegen einen Mann lag demnach ein Haftbefehl vor, ein anderer Mann führte unterschiedliche Personalpapiere mit sich. Gegen ihn werde nun wegen des Verdachts auf mittelbare Falschbeurkundung ermittelt. Bei einem Dritten wurden mehrere Handys gefunden. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Verdachts auf Diebstahl auf.

sms

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