Piratenprozess Drei Angeklagte aus Untersuchungshaft entlassen

Die Untersuchungshaft hat für mehrere Angeklagte im Hamburger Piratenprozess ein Ende: Drei mutmaßliche Seeräuber kommen in eine Jugendeinrichtung - fast zwei Jahre U-Haft sah das Gericht als unverhältnismäßig an.


Hamburg - Drei der zehn Angeklagten des Hamburger Piratenprozesses sind am Freitag überraschend aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Gericht hat die Haftbefehle gegen die somalischen Jugendlichen und Heranwachsenden aufgehoben, weil die Verhältnismäßigkeit nach fast zwei Jahren U-Haft nicht mehr gegeben sei, sagte ein Verteidiger. Er bestätigte damit einen Bericht des NDR. Die drei sollen nach ihrer Entlassung aus dem Jugendgefängnis in einer Jugendeinrichtung untergebracht werden.

Im Dezember hatte das Oberlandesgericht die lange Verfahrensdauer kritisiert und eine Frist für ein Ende des Prozesses angesetzt. Auch die Verteidiger der drei nun freigelassenen Angeklagten hatten ein Ende der U-Haft gefordert. Da die anderen sieben mutmaßlichen Piraten als Erwachsene gelten, müssen sie laut NDR weiter in Haft bleiben.

Seit November 2010 wird insgesamt zehn Somaliern in Hamburg wegen erpresserischen Menschenraubs und Gefährdung des Seeverkehrs der Prozess gemacht. Es ist das erste Mal, dass mutmaßliche Seeräuber aus Somalia vor einem deutschen Gericht stehen.

Sie sollen das Hamburger Frachtschiff "Taipan" an Ostern 2010 vor der Küste Somalias beschossen und gekapert haben. Ein niederländisches Marinekommando hatte die 15-köpfige Besatzung später befreit. Die zehn Angeklagten waren nach dem Überfall mehr als 530 Seemeilen (rund 980 Kilometer) vor dem somalischen Festland an Bord des Containerfrachters von einem niederländischen Marinekommando festgenommen worden. Später wurden sie an die deutsche Justiz übergeben.

ulz/dpa/dapd



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schwarzes_lamm 13.04.2012
1.
Zitat von sysopDPADie Untersuchungshaft hat für mehrere Angeklagte im Hamburger Piratenprozess ein Ende: Drei mutmaßlichen Seeräuber kommen in eine Jugendeinrichtung - fast zwei Jahre U-Haft sah das Gericht als unverhältnismäßig an. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,827390,00.html
Schickt sie doch einfach zurück nach Somalia. Diese Posse ist ansonsten kaum noch zu ertragen.
friedenspfeife 13.04.2012
2. Ist schon eine Frechheit,
Zitat von sysopDPADie Untersuchungshaft hat für mehrere Angeklagte im Hamburger Piratenprozess ein Ende: Drei mutmaßlichen Seeräuber kommen in eine Jugendeinrichtung - fast zwei Jahre U-Haft sah das Gericht als unverhältnismäßig an. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,827390,00.html
die muss man doch wenigstens fuer die U-Haftzeit finanziell entschaedigen, eine angemessene Ausbildung ermoeglichen, moeglichst mit Dr.Titel, ihnen einen angemessenen Lebensstandart finanzieren, und ihnen ermoeglichen ihre nahen Verwandten nach D nachkommen zu lassen. Alles andere ist wirklich unmenschlich. Ach ja nicht zu vergessen, das man denen auch einen Rentenanspruch zuerkennen muss, da sie ja mal einen Fuss auf deutsches Territorium gesetz haben. [Sarkasmus aus]
e-ding 13.04.2012
3. ...
Na wenn diese Posse kein Grund für Blackwater auf See ist, was dann? Bitte schnell abschieben, also nur der Verhältnismäßigkeit wegen.
Heinz-und-Kunz 13.04.2012
4. Willkommen...
..im noch Sozialparadies Deutschland. Sind das eigentlich echte Jugendliche oder sagen die das nur? Nicht das wir sie loswerden könnten, selbst wenn sie volljährig wären.
nurmalso2011 13.04.2012
5. Wie dumm sind dt. Richter
die die Untersuchungshaft entführender , erpressender, körperverletzender Krimineller als unverhältnismässig ansehen. Es wäre zu wünschen, dass dieses Richterpack zu den nächsten Entführten gehört. Ob Sie dann den gleichen Schrott entscheiden würden ? Ach ja, vermutlich werden die Kriminellen nun auf Staatskosten bis zum Ende des Prozesses verhätschelt....
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