Gestohlenes "Aschenbrödel"-Kleid Happy End auf Schloss Moritzburg

In ihrem Tanzkleid trägt Libuse Safránková als "Aschenbrödel" jedes Jahr zur rührseligen Weihnachtsstimmung bei. Vor drei Monaten verschwand eine Kopie des Kleids aus einer Ausstellung. Nun ist es wieder da - offenbar war den Dieben die Beute zu heiß.

DPA

Dresden - Das bescheidene Waisenkind! Die bösen Stiefschwestern! Der schöne Prinz! Die Geschichte vom Aschenbrödel, das einem jungen Adligen den Kopf verdreht, rührt die Menschen seit mehr als einem Jahrhundert. Besonders herzzerreißend wurde das Märchen 1973 in "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" verfilmt. Die deutsch-tschechische Produktion ist für viele ein fester Bestandteil des Weihnachtsprogramms.

Zu Ehren des Films zeigt das Schloss Moritzburg bei Dresden, einer der Drehorte des Films, immer wieder eine Ausstellung. Kulissen, Kleider - fast eine halbe Million Märchenfans sahen die Requisiten in den vergangenen Jahren.

Ende Februar brach jedoch Ungemach über das Königreich in Sachsen herein: Diebe drangen in das Schloss ein und nahmen der Ausstellung größter Schatz: eine originalgetreue Kopie des Ballkleids, das Hauptdarstellerin Libuse Safránková in dem Film trug.

Die Unbekannten hatten das Kleid aus rosafarbenem und hellblauen Stoff und weißen Brokat von einem Podest gestohlen und aus der gut besuchten Ausstellung geschmuggelt. Anfang Mai veröffentlichte die Polizei ein Überwachungsvideo, das die mutmaßlichen Diebe zeigte: ein verdächtiges Pärchen, das die Ausstellung mit einer mäßig gefüllten Tasche betreten und mit einer deutlich volleren Tasche wieder verlassen hatte.

Drei Monate nach dem Diebstahl fehlt von dem verdächtigen Pärchen jede Spur. Das Tanzkleid ist allerdings wieder da. Laut Polizei hat die Zentrale von Schlösserland Sachsen, die für den Prachtbau verantwortlich ist, vergangene Woche ein Paket mit dem gestohlenen Kostüm erhalten. Die Diebe hatten offenbar kalte Füße bekommen. Die Ermittler sichern nun Spuren an Paket und Kleid.

gam/AFP

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