Vorfall in Dresden Angeblicher Hundeangriff - Angeklagte muss 300 Euro zahlen

Das Amtsgericht Dresden hat das Verfahren gegen eine Frau eingestellt, deren Rottweiler eine Zuwanderin angegriffen haben soll. Die Hundehalterin entschuldigte sich - und soll zur Wiedergutmachung zahlen.

Merianplatz in Dresden
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Der Vorfall löste bundesweit Entsetzen aus: Im Januar verletzte ein Rottweiler im Dresdner Stadtteil Gorbitz offenbar eine 19-jährige Äthiopierin. Nun musste sich die Hundehalterin vor Gericht verantworten - das den Prozess nun bereits am ersten Verhandlungstag beendete.

Das Verfahren gegen die 23-Jährige sei vorläufig eingestellt worden, sagte Gerichtssprecherin Birgit Keeve dem SPIEGEL. Die Angeklagte müsse zur Wiedergutmachung binnen sechs Monaten 300 Euro an die junge Zuwanderin zahlen. Die Frau sagte laut "Dresdner Neuesten Nachrichten" vor Gericht: "Es tut mir wirklich leid."

Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt, weil sie ihren Hund nicht ausreichend angeleint haben soll. Der anfängliche Verdacht, sie könnte das Tier bei dem Vorfall am 9. Januar an einer Straßenbahnhaltestelle vorsätzlich auf die Äthiopierin gehetzt haben, hatte sich nicht bestätigt.

Dieser ursprüngliche Vorwurf sei "nicht nachweisbar" gewesen, sagte Gerichtssprecherin Leeve. "Da sprach überhaupt nichts für." Zudem hätte es sehr unterschiedliche Zeugenaussagen gegeben, die eine Rekonstruktion des Geschehens erschwert hätten. Mit der jetzigen Entscheidung, das Verfahren gegen eine Wiedergutmachungszahlung einzustellen, seien die Staatsanwaltschaft und die Angeklagte einverstanden gewesen.

Die Polizei war zunächst von einem rassistischen Angriff ausgegangen, was eine bundesweite Debatte auslöste. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) betonte damals, dass es keine "No-go-Areas in Sachsen für Menschen mit Migrationshintergrund" gebe.

mxw

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