Attacke in Dresden Hundehalterin wegen Körperverletzung angeklagt

Ihr Rottweiler soll eine Äthiopierin angegriffen haben: Die Dresdner Staatsanwaltschaft wirft einer 23-Jährigen fahrlässige Körperverletzung vor. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Merianplatz in Dresden
SPIEGEL ONLINE

Merianplatz in Dresden


Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen eine Frau wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben. Der 23-Jährigen wird laut einer Mitteilung vorgeworfen, ihren Hund nicht ausreichend angeleint zu haben; das Tier soll eine Äthiopierin attackiert haben.

Der mutmaßliche Angriff ereignete sich am 9. Januar 2018 gegen 16 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Merianplatz in Dresden. Der Hund lief demnach aus der haltenden Straßenbahn, sprang eine Frau aus Äthiopien an und verletzte sie.

Die Polizei war zunächst von einem rassistischen Angriff ausgegangen. "Ein Hetzen konnte in den Ermittlungen nicht festgestellt werden", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nun. Auch rassistische Pöbeleien ließen sich demnach nicht nachweisen.

Das Verfahren gegen den Begleiter der Frau wurde eingestellt, da eine Beteiligung nicht nachgewiesen werden konnte.

Der Fall löste bundesweit Schlagzeilen aus. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) verurteilte die Tat. Sie betonte zugleich, dass es keine "No-Go-Areas in Sachsen für Menschen mit Migrationshintergrund" gebe.

jpz



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