Rechtsextreme Terrorgruppe Weitere Mitglieder der "Oldschool Society" in Dresden angeklagt

Nach dem Prozess gegen vier Chefs der "Oldschool Society" sollen sich zwei weitere Rechtsextremisten vor Gericht verantworten. Sie sollen einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben.

Logo der "Oldschool Society"
DPA

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Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen "Oldschool Society" (OSS) angeklagt. Sie sollen an Plänen für einen Sprengstoffanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft in der Nähe von Borna in Sachsen beteiligt gewesen sein, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Die beiden Männer sollen sich nun vor dem Oberlandesgericht Dresden verantworten.

Im März hatte das Oberlandesgericht München vier Führungsmitglieder der OSS zu Gefängnisstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten eine terroristische Vereinigung gebildet hatten und Anschläge auf Flüchtlinge verüben wollten. Auch die Wohnungen der beiden nun angeklagten Männer waren bei der Zerschlagung der Gruppe im Mai 2015 durchsucht worden, sie blieben aber frei.

Der 41-jährige Daniel A. und der 29 Jahre alte Marcel L. werden verdächtigt, spätestens ab Januar 2015 zusammen mit anderen eine terroristische Vereinigung gegründet zu haben. Zudem wird ihnen die Vorbereitung eines Explosionsverbrechens zur Last gelegt. Die beiden Männer sollen führende Positionen innerhalb der OSS eingenommen haben.

Die Ziele der "Oldschool Society" waren laut Bundesanwaltschaft spätestens seit Januar 2015 darauf ausgerichtet, "ihre rechtsextremistische Ideologie durch terroristische Anschläge, insbesondere in Form von Brand- und Nagelbomben, umzusetzen". Ein erster Anschlag sei für Anfang Mai 2015 bei Borna geplant gewesen.

Dazu sei es wegen der Durchsuchungen nicht gekommen, hieß es von der Bundesanwaltschaft. Bei Daniel A. sei damals ein Schlagring und bei Marcel L. ein Butterflymesser gefunden worden, für die sie jeweils keine Erlaubnis besessen hätten.

apr/AFP



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