Dresden Polizei behinderte Journalisten bei Neonazi-Demo

Die Polizei hat bei einem Neonazi-Aufmarsch in Dresden mehrere Journalisten an der Arbeit gehindert. Nun räumten die Einsatzkräfte Versäumnisse ein.

Polizisten in Dresden
DPA

Polizisten in Dresden


Die Polizei in Dresden hat nach eigenen Angaben sieben Beschwerden von Journalisten erhalten, die sich beim jüngsten Neonazi-Aufmarsch in ihrer Arbeit von Polizisten beeinträchtigt fühlten. Dazu zählten vier Journalisten der "Sächsischen Zeitung", ein Reporter der "Dresdner Neueste Nachrichten" sowie zwei überregionale Berichterstatter.

Der Einsatz sei von einer spannungsgeladenen und konfrontativen Lage geprägt gewesen, wird der leitende Polizeidirektor René Demmler in einer Mitteilung zitiert. Mehr als 1200 Neonazis hatten vor einer Woche an einem sogenannten Trauermarsch zum Gedenken an die Bombardierung der Stadt durch die Alliierten im Februar 1945 teilgenommen. Etwa eine gleich große Zahl von Demonstranten protestierte gegen den Aufmarsch, beispielsweise mit Sitzblockaden. Die Polizei trennte beide Lager voneinander.

Vorfälle sollen kritisch aufgearbeitet werden

"In diesem Zusammenhang spiegelten uns Journalisten, dass auch ihnen dieser Umstand bewusst ist und es sich für die Einsatzbeamten in solchen Situationen äußerst schwierig gestaltet, Demonstranten und Pressevertreter innerhalb von Sekunden auseinanderzuhalten", so Demmler. "Das entbindet unsere Beamten jedoch nicht von einem sorgfältigen, umsichtigen und differenzierten Handeln."

Die Auswertung habe ergeben, dass Einsatzkräfte "in einzelnen Fällen Journalisten trotz des Vorzeigens eines Presseausweises bzw. Bestätigungsschreibens abgewiesen und teils weggedrängt haben". In einem Fall wurde ein Journalist beiseitegestoßen. Diesen bat Demmler nun um Entschuldigung. Die Vorfälle würden kritisch nachgearbeitet. Anzeigen gab es laut Polizei nicht.

apr/dpa

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