Dresden Polizei sucht Serienvergewaltiger mit Massen-DNA-Test

Ungewöhnliche Maßnahme: Mit einem Massengentest bei rund 1500 Männern will die Dresdner Polizei einen Serienvergewaltiger aufspüren. Der Unbekannte soll bislang sieben Frauen angegriffen haben.


Dresden - Die Ermittler wollen am 19. und 20. September Speichelproben nehmen. "Sämtliche anderen Ermittlungsansätze sind ausgereizt", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Avenarius.

Der Sexualstraftäter soll in den Jahren 2003 bis 2005 mindestens sieben Frauen im Westen der Stadt auf der Straße angegriffen haben, wie Kriminaldirektor Thomas Uslaub sagte. Drei davon vergewaltigte der Unbekannte, die übrigen Opfer konnten sich erfolgreich wehren und den Angreifer in die Flucht schlagen.

Von den drei Vergewaltigungen liegt übereinstimmendes DNA-Material des Täters vor, das mit den Proben verglichen werden soll. Bei ihren Ermittlungen konzentriert sich die Polizei inzwischen auf Männer, die zwischen 1981 und 1990 geboren sind, zum Zeitpunkt der Taten im Dresdner Westen wohnten oder dort eine Ausbildung absolvierten. Zudem werden bekannte Sexualstraftäter überprüft.

Auf diese Weise seien rund 3500 Probanden zusammengekommen, sagte der Leiter der zuständigen Ermittlungsgruppe, Tilo Krempl. Rund 650 davon hätten im Laufe der Jahre bereits eine Speichelprobe abgegeben. Exakt 1505 weitere sollen nun in der ersten Welle des Massentests folgen. Die Teilnahme sei grundsätzlich freiwillig. Wer nicht erscheine, müsse aber mit kritischen Nachfragen der Beamten rechnen, sagte Krempl.

Bei Deutschlands bisher größtem Massengentest mit 30.000 Proben war im vergangenen Jahr der Vergewaltiger zweier Mädchen gefasst worden.

jdl/dpa

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