Dresden Razzia bei mutmaßlichen Rechtsextremisten

In Dresden sind die Wohnungen von mutmaßlichen Mitgliedern einer Neonazigruppe durchsucht worden. Sie sollen an Straftaten gegen Flüchtlinge, politische Gegner und Polizisten beteiligt gewesen sein.


Die Generalstaatsanwaltschaft in Sachsen hat Wohnungen mutmaßlicher Mitglieder der rechtsextremen Vereinigung "Freie Kameradschaft Dresden" durchsuchen lassen. Von der Razzia seien dieses Mal neun Beschuldigte betroffen gewesen, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

Insgesamt stehen den Angaben zufolge zehn Männer im Alter zwischen 24 und 47 Jahren im Verdacht, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung in wechselnder Beteiligung Straftaten gegen Andersdenkende, Flüchtlinge und Polizisten verübt zu haben. Mit der Razzia sollten weitere Beweismittel gesichert werden. Weitere Einzelheiten gaben die Ermittler bisher nicht bekannt.

Bereits seit drei Jahren laufen Ermittlungen gegen die "Freie Kameradschaft Dresden". Dabei geht es unter anderem um schwere Ausschreitungen im Jahr 2015 bei einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau, die die Stadt nahe Dresden überregional in die Schlagzeilen brachten. Bei den gewaltsamen Protesten gegen die Eröffnung einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber waren mehr als 30 Polizisten verletzt worden.

Bei einem Angriff auf ein alternatives Wohnprojekt in der Landeshauptstadt sollen die Tatverdächtigen an der Seite von Mitgliedern der "Gruppe Freital" gewirkt haben. Wegen der Krawalle in Heidenau und weiterer Straftaten wurden bereits mehrere Rechtsextreme zu Haftstrafen verurteilt, darunter auch Mitglieder der Gruppe Freital. Zahlreiche Verfahren laufen noch.

Video: Kaffeekränzchen mit Hakenkreuz - Die Freitaler Neonazi-Zelle

SPIEGEL TV

fok/dpa/AFP

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