Offizielle Statistik Verbreitung von Crystal Meth nimmt weiter zu

Die Zahl der Erstkonsumenten steigt: Der Konsum von synthetischen Drogen wie Crystal Meth und Ecstasy hat in Deutschland erneut zugenommen. Erstmals seit Jahren stieg auch die Zahl der Rauschgifttoten wieder an.

Sichergestelltes Crystal Meth (Archiv): Zunehmender Konsum in Deutschland
DPA

Sichergestelltes Crystal Meth (Archiv): Zunehmender Konsum in Deutschland


Berlin - Die Verbreitung der Droge Crystal Meth nimmt in Deutschland weiter zu. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 77 Kilogramm der gefährlichen Droge beschlagnahmt, wie die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und BKA-Präsident Jörg Ziercke in Berlin mitteilten. Mit Sorge beobachten die Behörden vor allem die steigende Zahl der Erstkonsumenten.

"Den zunehmenden Konsum von Crystal sehen wir mit Sorge, da mit der Einnahme dieser Substanz große gesundheitliche Risiken für die Konsumenten verbunden sind", sagte Ziercke. Das Methamphetamin, das vorwiegend aus tschechischen Drogenlaboren kommt, führt bei den Konsumenten zu erheblichen körperlichen und psychischen Schäden. Auch die Partydroge Ecstasy habe nach jahrelangem Rückgang wieder Konjunktur, sagte Ziercke. Hier kletterte die Zahl der Erstkonsumenten um 18 Prozent. Rückläufige Fallzahlen gab es hingegen bei Heroin und Kokain.

Allerdings sterben noch immer die meisten Drogenabhängigen an einer Überdosis Heroin, oft in Verbindung mit anderen Stoffen oder Alkohol. Die Zahl der Drogentoten ist 2013 erstmals seit 2009 wieder gestiegen. 1002 Menschen starben in Deutschland an den Folgen von Drogenkonsum, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 83 Prozent der Toten waren männlich. "Trotz des positiven Trends mit langfristig sinkenden Drogentotenzahlen sterben jedes Jahr nach wie vor zu viele Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen", sagte Mortler. Bei der Prävention und Suchthilfe dürfe daher nicht nachgelassen werden.

Die meisten Drogentoten in Bayern

Kritiker sprechen von einer verfehlten Drogenpolitik. Harald Terpe von den Grünen beklagte, ein Großteil der Todesfälle wäre vermeidbar - etwa durch Drogenkonsumräume, die es aber nur in sechs von 16 Bundesländern gebe. Mortler widersprach und verwies auf das Beispiel Hamburg. Die Hansestadt ist eines der Bundesländer, in denen es spezielle Drogenkonsumräume gibt. Dort stieg die Zahl der Drogentoten binnen eines Jahres von 49 auf 62. Die meisten Drogentoten (230) gab es jedoch in Bayern, was die dortige Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) alarmierte: "Eine Konsequenz daraus muss sein, intensiv auf Prävention und Suchthilfe zu setzen."

Auf hohem Niveau verharrt der Cannabis-Konsum in Deutschland. "Haschisch und Marihuana machen fast 60 Prozent aller Rauschgift-Handelsdelikte aus", sagte Ziercke. Im vergangenen Jahr seien mehr als 145.000 Fälle registriert worden. Das sei der höchste Stand seit fünf Jahren.

Forderungen nach einer Legalisierung wies Mortler mit Hinweis auf gesundheitsschädliche Wirkungen des Cannabis-Konsums zurück. "Legalisieren bedeutet für mich Verharmlosung", sagte die Drogenbeauftragte. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete eine Freigabe als falsches Signal. Der stellvertretende GdP-Vorsitzende Arnold Plickert nannte es sinnlos, neben dem Alkohol "die Tür für eine weitere gefährliche und oft verharmloste Droge zu öffnen".

wit/dpa/AFP

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insgesamt 16 Beiträge
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gast8 17.04.2014
1. War zu erwarten
wenn man so eine Werbung wie mit der Serie Braking Bad massiv in allen möglichen Medien verbreitet, dann muss man sich fragen war das eigentlich nicht gewohlt das die Verbreitung von "Crystal Meth" "erneut zunimmt". ?
Inseldäne 17.04.2014
2. Des Menschen Wille ist.....
sein Himmelreich....auch wenn er direkt in die Hölle führt.Da gibt es seit Jahrzehnten Programme zur Prevention und Hilfe und was nutzt das...? Wer bis jetzt immer noch nicht begriffen hat wie gefährlich dieser Dreck ist,dem ist einfach nicht zu helfen.Da sind Dinge wie Schiksalsschläge und Lebensprobleme immer wieder der Grund für derartige Karrieren....und? Kein vernünftiger Mensch springt vor einen Bus....und wenn kann man ihn nur ein oder zweimal davon abhalten....es hilft nichts! Nur der Schutz der Nichtbetroffenen und der Opfer von Drogenkriminalität der kommt wie üblich zu kurz.
Bundeskanzler20XX 17.04.2014
3. zweierlei Maß
"Forderungen nach einer Legalisierung wies Mortler mit Hinweis auf gesundheitsschädliche Wirkungen des Cannabis-Konsums zurück. "Legalisieren bedeutet für mich Verharmlosung", sagte die Drogenbeauftragte. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete eine Freigabe als falsches Signal. Der stellvertretende GdP-Vorsitzende Arnold Plickert nannte es sinnlos, neben dem Alkohol "die Tür für eine weitere gefährliche und oft verharmloste Droge zu öffnen"." Mit zweierlei Maß messen... Alkohol ist gefährlicher als Cannabis und legal...während das böse Hasch verboten bleibt...Nach Frau Mortlers Auffassung muss der Alkohol verboten werden! So ein Schwachsinniges Argument, Cannabis nicht frei zu geben weil man ja schon den bösen Alkohol hat, ist ja wie im Kindergarten. Der Polizeigewerkschaft geht es wohl darum mit den Cannabisdelikten ihre Statistiken schönen zu können.
Gregor Weißenborn 17.04.2014
4. Legale Drogen:
Jährliche Alkoholtote: 75000 ! Jährliche Tabaktote: 110000 - 140000!
MartinS. 17.04.2014
5. ...
Zitat von gast8wenn man so eine Werbung wie mit der Serie Braking Bad massiv in allen möglichen Medien verbreitet, dann muss man sich fragen war das eigentlich nicht gewohlt das die Verbreitung von "Crystal Meth" "erneut zunimmt". ?
Die Serie war nun nicht wirklich eine Werbeveranstaltung für den Konsum von Crystal Meth. Wer sich da beim Ansehen denkt, dass das cool ist und direkt mal ausprobiert werden sollte, der hat definitiv ein anderes Problem und sollte besser überhaupt keine eigenen Entscheidungden treffen.
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