Drogen-Razzia Cannabis-Großplantagen entdeckt

Es war eine Drogen-Razzia im großen Stil: 1500 Ermittler durchsuchten bundesweit 235 Wohnungen. Dabei wurden 5500 Cannabispflanzen sichergestellt, Großplantagen entdeckt und 40 Personen vorläufig festgenommen.


Neuss - Die meisten Pflanzen fanden sich dabei auf zwei Profiplantagen im nordrhein-westfälischen Hennef und im rheinland-pfälzischen Schönberg. Dort fanden sich jeweils mehr als 1000 Cannabisgewächse. Außerdem entdeckten die Ermittler acht Großplantagen mit jeweils mehr als 100 Pflanzen sowie 66 Kleinplantagen und zahlreiche Einzelgewächse für den Eigenbedarf. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler zudem zehn Kilogramm getrocknetes und verkaufsfertiges Cannabis sowie 72.500 Euro Bargeld sicher, das vermutlich aus Drogenverkäufen stammte.

Von den Hausdurchsuchungen waren bundesweit 214 Personen betroffen. Neben zwei 42 und 43 Jahre alten Betreibern eines Grow-Shops handelte es sich auch um deren Kunden. Durch die Auswertung von sichergestellten Computern könne sich die Zahl der Verdächtigen jedoch noch erhöhen, sagte Roland Wolff, der Einsatzleiter des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes.

Auch in fünf weiteren europäischen Ländern fanden zeitgleich Durchsuchungen statt. In Griechenland sei dabei eine Cannabisplantage gefunden worden, zwei Personen wurden festgenommen, sagte Wolff. Weitere Angaben wollte er wegen der laufenden Ermittlungen nicht machen.

Die Aachener Staatsanwaltschaft wirft den beiden Betreibern des Grow-Shops Beihilfe zum Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vor. Die Verdächtigen hatten in ihrem Ladenlokal und über das Internet Zubehör für den Anbau von Cannabispflanzen verkauft, darunter Pflanzenlampen, Geruchsfilter und Dünger. Dabei sollen sie nach Ansicht der Staatsanwaltschaft gewusst haben, dass mit Hilfe des Zubehörs illegale Cannabisplantagen betrieben wurden. Außerdem äußerte Staatsanwalt Bernd Schulz den Verdacht, die Betreiber hätten selbst Handel mit Cannabisprodukten betrieben. Bereits vor den Ermittlungen, die seit April 2007 liefen, waren die beiden Tatverdächtigen der Polizei wegen früher Vergehen bekannt.

jjc/ddp/dpa



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