Drogendelikte in den USA 46.000 Inhaftierte können auf Strafmilderung hoffen

Das Strafmaß für Drogendelikte könnte in den USA schon bald deutlich sinken. Eine entsprechende Richtlinie wurde einstimmig verabschiedet. Profitieren sollen auch bereits verurteilte Täter.


Washington - In den USA wird der Platz in den Gefängnissen knapp. Deshalb hat die für die Festsetzung von Strafmaßen zuständige Kommission einstimmig für eine Richtlinie gestimmt, nach der Drogendelikte milder bestraft werden. Im Falle einer Umsetzung sollen auch bereits verurteilte Täter davon profitieren. Rund 46.000 Inhaftierte könnten demnach eine Reduzierung ihrer Gefängnisstrafe um vermutlich zwei Jahre beantragen.

Bevor die Richtlinie umgesetzt werden kann, muss jedoch der Kongress dem Vorschlag der Strafmaßkommission noch zustimmen. Angesichts einer gravierenden Überbelegung der US-Gefängnisse unterstützen viele Politiker beider Parteien die Liberalisierung. "Dies ist ein Meilenstein in den Bemühungen um eine effizientere Nutzung unserer Ressourcen in der Strafverfolgung", sagte US-Justizminister Eric Holder nach Angaben der "New York Times".

Holder will in Kürze zudem die Abschaffung einer verpflichtenden Mindestgrenze für kleinere und gewaltlose Drogenvergehen vorschlagen. Menschenrechtsgruppen begrüßten nach Angaben der Zeitung die Entwicklung.

jbe/Reuters/



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insgesamt 3 Beiträge
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Xenocow 19.07.2014
1. > In den USA wird der Platz in den Gefängnissen knapp.
Kein Wunder, die USA sind auch das Land wo am meisten Menschen inhaftiert sind. Das hängt u.a. damit zusammen, weil es dort kein Soziales Netz gibt so wie wir es kennen und auch keine gesetzliche Krankenversicherungen. Da werden die Leute straffällig, und wenn sie erwischt werden haben sie wenigstens ein Dach über den Kopf, warme Mahlzeiten, und eine Medizinische Grundversorgung. Der Strafvollzug ersetzt das Soziale Netz. Hartz4 (und die Grundabsicherung) hier in Deutschland ist also nicht nur schlecht, sonst müssten die ganzen reichen Menschen Mauern um Ihre Paläste ziehen. Mehr Info zum Thema auf Wikipedia: http://de.wikinews.org/wiki/Die_meisten_Gefangenen_weltweit_leben_in_US-Gefängnissen
ralfrichter 19.07.2014
2.
Die jetzige Drogenpolitik ist doch gescheitert,die Kriminalisierung des kleinen Endverbrauchers bringt doch keinen weiter.. Die Kartelle und die OK machen weiterhin ihre Geschäfte,sämtliche Drogen sind erhältlich und die Regierungen tun immer noch so als ob sie alles im Griff hätten. Gebt das Cannabis frei und schafft wirkliche Hilfsangebote für Drogensüchtige,ihre Ausgrenzung und Ächtung bringt weder den Staat noch die Abhängigen weiter. Nur durch ein Staatliches einwirken kann dieser Meth,Heroin oder Pillensumpf ausgetrocknet werden,alles andere ist Augenwischerei der Behörden...
holla,diewaldfee 19.07.2014
3. Sehr wahr!
Zitat von ralfrichterDie jetzige Drogenpolitik ist doch gescheitert,die Kriminalisierung des kleinen Endverbrauchers bringt doch keinen weiter.. Die Kartelle und die OK machen weiterhin ihre Geschäfte,sämtliche Drogen sind erhältlich und die Regierungen tun immer noch so als ob sie alles im Griff hätten. Gebt das Cannabis frei und schafft wirkliche Hilfsangebote für Drogensüchtige,ihre Ausgrenzung und Ächtung bringt weder den Staat noch die Abhängigen weiter. Nur durch ein Staatliches einwirken kann dieser Meth,Heroin oder Pillensumpf ausgetrocknet werden,alles andere ist Augenwischerei der Behörden...
Leider gibt es anscheinend irgendwelche einflussreichen Gruppen, die daran kein Interesse haben und Politik und Gesellschaft durch Fehlinformationen und Hysterisierung in diesem Teufelskreis gefangen halten. Sonst hätte sich längst die Wissenschaft gegen die Ideologie durchgesetzt.
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