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Grenze USA-Mexiko: Drogenfahnder entdecken 400 Meter langen Schmugglertunnel

Ein Eingang war in einem Restaurant in Mexiko, der zweite in einem Wohnhaus in Kalifornien: Drogenfahnder in den USA haben einen rund 400 Meter langen Tunnel von Drogenschmugglern entdeckt.

Bei Ermittlungen gegen Rauschgifthändler haben Drogenfahnder in Kalifornien einen Schmugglertunnel entdeckt, mehr als eine Tonne Marihuana sichergestellt und vier Personen festgenommen. Der Tunnel ist etwa 400 Meter lang und verläuft größtenteils auf mexikanischem Gebiet.

Durch den Tunnel wurden Drogen von der mexikanischen Stadt Mexicali ins kalifornische Calexico gebracht, eine Stadt knapp 200 Kilometer östlich von San Diego. Es ist der zwölfte derartige Tunnel, der seit 2006 an der Grenze zwischen Mexiko und den USA entdeckt wurde. Zudem sind Dutzende weitere bekannt, die nie fertiggestellt wurden.

Der Tunnel-Eingang in Mexiko befand sich in einem Restaurant, der Eingang auf amerikanischer Seite in einem eigens gebauten Wohnhaus. Den Ermittlern zufolge kauften die Schmuggler das Grundstück im vergangenen April für 240.000 Dollar und bauten ein 86.000 Dollar teures Haus darauf. Die erste Drogenlieferung soll am 28. Februar erfolgt sein - damals wurden 1350 Pfund Marihuana in West Covina bei Los Angeles sichergestellt.

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Schmugglertunnel: Einfach unterirdisch
Ermittler waren offenbar frühzeitig über das Vorhaben der Schmuggler informiert. "Das Haus und der Tunnel wurden unter den wachsamen Augen der Gesetzeshüter gebaut", sagte Staatsanwältin Laura Duffy. "Für die Erbauer, die Geldgeber und die Betreiber dieser unterirdischen Wege gibt es kein Licht am Ende des Tunnels."

Ermittler nahmen zwei mutmaßliche Schmuggler in Calexico fest, einen in dem Haus und den anderen in einem Gebäude, das als Drogen-Lager benutzt worden sein soll. Zwei weitere Festnahmen gab es in Arizona - unter anderem wurde dort die Frau gefasst, die das Haus in Calexico gekauft hatte.

Es handelt sich um den ersten in Calexico gefundenen Tunnel seit zehn Jahren. Die Stadt ist für Drogenschmuggler nicht allzu attraktiv, weil der Boden dort relativ hart und der Tunnelbau damit mühsam ist. Im Vergleich dazu ist die Erde in San Diego ziemlich weich. Zudem verfügt die Stadt über deutlich mehr Industriegebiete, die aus Sicht der Drogenbanden ideal zur Lagerung der Schmuggelware sind.

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Drogenschmuggel: Die Marihuana-Kanone von Mexicali

ulz/AP

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