Drogenkrieg in Mexiko: Militär findet 32 Leichen in Veracruz

Schon im September waren in Veracruz im Osten Mexikos Dutzende Leichen entdeckt worden - nun stieß das Militär erneut auf viele Tote: In drei Häusern wurden insgesamt 32 Leichen gefunden. Erst vor kurzem hatte die Regierung der Region mehr Sicherheitskräfte versprochen.

Veracruz - Das mexikanische Militär hat in der Nähe der Stadt Veracruz 32 Leichen entdeckt. Sie seien in drei Häusern gefunden worden, teilte die Marine am Donnerstag mit. Die Entdeckung kam nur zwei Tage, nachdem die mexikanische Regierung die Entsendung zusätzlicher Sicherheitskräfte in die Region angekündigt hatte.

Veracruz ist seit einiger Zeit Schauplatz von Gewalt. Die Hafenstadt in dem gleichnamigen Bundesstaat gilt als Bastion der "Zetas", eines besonders brutalen Drogenkartells. Es wird von ehemaligen Elitesoldaten der mexikanischen Armee geführt. Seit Mitte September waren in der Stadt Dutzende Leichen mutmaßlicher Drogengangster gefunden worden. Die "Zetas" bekannten sich in mehreren Fällen zu den Morden.

Seit die Regierung den mächtigen Drogenbanden im Jahr 2006 den Kampf angesagt hatte, starben im mexikanischen Drogenkrieg über 44.000 Menschen. Eine Reihe von Festnahmen in den vergangenen Jahren und die Ergreifung ranghoher Drogenbosse wirkten sich kaum auf die Gewalt im Land aus.

bim/AFP/Reuters

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1. Wenn es mit Drogen nicht so viel zu verdienen gäbe...
nurmeinsenf 07.10.2011
...gäbe es auch nicht so brutale Kriege darum. Und von den 44.000 ermordeten Menschen wären viel weniger gestorben. Man könnte diesem ganzen Riesengeschäft die Luft rauslassen, wenn man das Handelsprodukt so weit als möglich legalisieren würde. Ein "war on drugs" ist nicht zu gewinnen, wer sie konsumieren will, kommt auch an Drogen. Es ist nur eine Frage des Preises. Und wieviel Menschenblut an den Verpackungen klebt.
2. ..
Zavi85 07.10.2011
Zitat von nurmeinsenf...gäbe es auch nicht so brutale Kriege darum. Und von den 44.000 ermordeten Menschen wären viel weniger gestorben. Man könnte diesem ganzen Riesengeschäft die Luft rauslassen, wenn man das Handelsprodukt so weit als möglich legalisieren würde. Ein "war on drugs" ist nicht zu gewinnen, wer sie konsumieren will, kommt auch an Drogen. Es ist nur eine Frage des Preises. Und wieviel Menschenblut an den Verpackungen klebt.
Warum erspart man sich nicht das legalisieren und erschiesst die Konsumentetn nicht gleich? (Achtung Sarkasmus) Durch Crack, Ice, Krokodil und den anderen Harten Stoff stirbt man nur viel langsamer. Ist auch Toll wenn Kinder mit dem Wissen aufwachsen das Drogen was normales sind. Alkohol und Tabak sind legal und ich habe schon oft 10 jährige auf der Strasse saufen und rauchen sehen. Sollen die sich jetzt noch einen Schuss setzen können? Wenn man es nicht mal schafft Alkohol und Tabak aus Kinderhänden fern zu halten soll man jetzt auch noch illegale Drogen erlauben?
3. Es geht nicht (nur) um Drogen.
yonpipol 07.10.2011
In Mexiko es geht um die Gewalt, die in den vergangenen Jahren ausgelöst wurde. Drogen wurden schon seit Jahrzehten produziert (Cannabis vor allem aber auch Opium) und transportiert. Das Neue ist die Gewalt, und diese wird nicht durch die Legalisierung der Drogen aufhören. Denn die Menschen, die Gewalt ausüben suchen ein Lebenseinkommen, dass sie mit ein bisschen Würde leben lässt. Die Familien, die nun nicht mehr aus der Landwirtschaft leben können, suchen nach neue Wege zum Geld. Ein Weg ist die Kriminalität.... klauen, entführen, erpressen.... Solange die Welt dieses nicht versteht, wird es weiter Gewalt in Lateinamerika geben. In Europa wir können den Politikern nach menschlichere Handelnsabkommen fragen, oder nach weniger Subventionen für die europäische Landwirte. Aber Geiz ist Geil, wir wollen alles billig und jetzt, egal wer die Kosten dafür zählt.
4. Die Kinder mal wieder...
nurmeinsenf 07.10.2011
Zitat von Zavi85Durch Crack, Ice, Krokodil und den anderen Harten Stoff stirbt man nur viel langsamer.
Durch Alkohol stirbt man auch auf Raten, wenn man ihn mißbraucht. Und vorher macht man sich sein ganzes Leben kaputt, und das der näheren Angehörigen gleich mit. Andererseits gibt es viele, die Alkohol *ge*brauchen, er ist gesellschaftlich - im Rahmen - akzeptiert. Das wäre mit einigen Drogen auch möglich, wenn sie nicht so verteufelt würden. Amphetamine ("Pervitin") waren über Jahrzehnte frei verkäuflich... In Rußland ist "Krokodil" sicherlich nicht deshalb verbreitet, weil die Leute sich danach sehnen, sich bei lebendigem Leib verfaulen zu sehen. Eine Legalisierung hätte den weiteren Nebeneffekt, diesen im Hinterhof zusammengepantschen Mist überflüssig zu machen. Wahrscheinlich gäbe es weniger zerstörerische Alternativen, sie sind nur auf dem Schwarzmarkt zu teuer oder gar nicht verfügbar. Aber natürlich sind es wieder die "Kinderhände", die das alles unmöglich machen. Da hätten wir dann scharenweise Kinder, die mit Spritzen und Heroin aus der Apotheke kommen, schon ab 10...
5. Amerikanischen Markt auszutrocknen
sukowsky 07.10.2011
Ein wirksames Mittel gegen die Drogenbekämpfung in Mexiko ist Schaffung von Arbeitsplätzen und das die Reichen nicht immer reicher werden und überall die Tugend der Moral stärken. Gesetze müssen wieder wasserdicht gemacht werden. Ein weiteres gutes Mittel ist auch den amerikanischen Markt auszutrocknen d.h. auch Staatsbeamte und Zivile mit der Keule des Gesetzes ohne Ausnahme zu belangen. Korruption ist auch in den USA untergründig unter der Oberfläche, man soll es nicht glauben, weit verbreitet.
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Mexikos Kartelle
Sinaloa-Kartell
Das Sinaloa-Kartell ist eine der mächtigsten Organisationen in Mexiko und Lateinamerika. Sie kämpft erbittert gegen das Juárez-Kartell, um die Kontrolle über die Grenzstadt Ciudad Juárez zu den USA zu übernehmen. Legendäre Führungsfigur ist Joaquín Guzmán, genannt "El Chapo", dem 2001 die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis gelang und der es vergangenes Jahr mit seinem Milliardenvermögen auf Platz 41 der 67 "mächtigsten Menschen der Welt" des US-Magazins "Forbes" schaffte. Nachdem er 13 Jahre im Untergrund lebte, konnte "El Chapo" im Februar 2014 von der mexikanischen Polizei geschnappt werden.
Golf-Kartell
Das berüchtigte Golf-Kartell aus dem Bundesstaat Tamaulipas war einst die mächtigste kriminelle Organisation Mexikos, ist nun durch die Abspaltung der Zeta-Bande geschwächt. Außerdem wurden zahlreiche Mitglieder festgenommen.
Los Zetas
Los Zetas ist eine der mächtigsten und brutalsten Organisationen. Sie ist an der mexikanischen Golfküste aktiv und soll für viele Hunderte Tote verantwortlich sein. Sie besteht aus ehemaligen Drogenbekämpfern der Polizei und des Militärs, die zunächst zum Golf-Kartell überliefen und dann ihr eigenes Kartell gründeten. Sie befinden sich in einem blutigen Machtkampf gegen das Golf- und Sinaloa-Kartell und La Familia.
Juárez-Kartell
Das Juárez-Kartell aus der gleichnamigen Stadt im Bundesstaat Chihuahua firmiert auch unter dem Namen "Allianz des goldenen Dreiecks". Es wurde 1997 gegründet und hat wegen der andauernden Kämpfe gegen das Sinaloa-Kartell in den vergangenen Jahren stark an Einfluss verloren.
Tijuana-Kartell
Das Tijuana-Kartell im äußersten Nordwesten Mexikos ist dafür bekannt, ausgezeichnete Kontakte zu hochrangigen Vertretern von Sicherheitskräften und Justiz zu pflegen. Es wurde 1989 von der Familie Arellano Felix gegründet. Nun kämpft die Organisation um die Kontrolle in Tijuana. Die Führung ist geschwächt, 2008 spaltete sich die Organisation in zwei Flügel. Einer der Chefs, Eduardo Teodoro García Simental alias "El Teo", wurde im Januar gefasst.
Beltrán-Leyva-Organisation
Das Einflussgebiet der Beltrán-Leyva-Organisation erstreckt sich vor allem an der Pazifikküste. Die Gruppe hat sich 2008 von dem Sinaloa-Kartell abgespalten, ihre Macht wuchs. Doch seit Ende 2009 ist die Organisation geschwächt durch die Ermordung von zwei der fünf Beltrán-Leyva-Brüder. So starb Arturo Beltrán-Leyva (genannt "Boss der Bosse") in einem Gefecht mit Sicherheitskräften.
La Familia Michoacana
La Familia stammt aus dem Bundesstaat Michoacán, operiert aber in vielen weiteren Regionen. 2006 spaltete sich La Familie von Golf-Kartell und Los Zetas ab, mit denen es heute konkurriert und sich heftig bekämpft. La Familia ist bekannt für Enthauptungen und ihre quasi-religiöse Ideologie. Eine Führungsfigur heißt "El Más Loco" - der Verrückteste. (Quelle: World Drug Report 2010, Stratfor)
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