Drogenkrieg in Mexiko Polizei entdeckt 16 Leichen in Monterrey

Grausiger Fund in Mexiko: Polizisten haben in einem Haus im Norden des Landes 16 Leichen entdeckt. Mutmaßliche Drogenhändler hatten den Beamten den Fundort verraten. Ein Waffenstillstand im Krieg der Kartelle wird immer unwahrscheinlicher.


Monterrey - Die mexikanische Polizei hat in einem Vorort der Stadt Monterrey im Norden des Landes die Leichen von 16 Menschen entdeckt. Während eines Verhörs hätten mutmaßliche Mitglieder eines Drogenkartells der Polizei Hinweise auf die Leichen in einer Farm im Viertel Juárez geliefert, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörden im Staat Nuevo León, David Perales.

In der gleichen Region war 2010 ein Massengrab mit 51 Leichen entdeckt worden. Damals machten die Behörden Drogenbanden für die Tötungen verantwortlich. Unterdessen wurde in der Nacht auf Mittwoch bei einer Schießerei in der nördlichen Grenzstadt Piedras Negras eine Polizistin getötet, sechs Menschen wurden verletzt.

Allein im Januar 2012 wurden in Mexiko 960 Menschen erschossen, enthauptet, massakriert oder lebendig begraben. Es war einer der tödlichsten Monate, seit der mexikanische Präsident Felipe Calderón vor bald sechs Jahren den Krieg gegen die Drogenkartelle ausrief.

jbr/dapd



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wilam 08.03.2012
1. hinter allem, was diese Plage treibt,
steht (wie fast immer) der Riese der Übervölkerung. Alles andere, was sonst als Ursache gilt, eskaliert und entzündet sich erst durch den Druck der Verdichtung. Wird eingewandt, die Dichte sei ja in Mitteleuropa viel höher als in Mexiko, dann wird diese nur getragen durch den hiesigen Organisationsgrad. Der aber stellt sich inzwischen als das größte Risiko des Wachstums dar, wobei die Ressourcen bzw. ihr Schwund noch nicht einmal so schnell wirken wie seine (des Organisationsgrades) eigene Komplexität. Nicht das Ende des Öls oder der Bewohnbarkeit sturmgeplagter Regionen, nicht die Vergiftung der Luft oder die Verwüstung des Bodens bringt den Ressourcenstrom so schnell zum Stillstand wie der Verlust des Glaubens an eine Zahl auf Papier. Entwertet sich das Geld, dann fällt die Versorgung und hier setzen dieselben Formen der Dichteregelung ein wie in Mexiko.
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