Drogenkrieg in Mexiko: Polizei findet 18 enthauptete Leichen

Polizisten haben im Westen Mexikos einen grausigen Fund gemacht: Die Beamten entdeckten die enthaupteten und zerstückelten Leichen von 18 Menschen. Behörden vermuten hinter der Tat einen Racheakt im Krieg zweier Drogenkartelle.

Mexiko-Stadt - Die Leichen waren in zwei Fahrzeugen versteckt: Polizisten in Mexiko haben nahe der Stadt Guadalajara im westlichen Bundesstaat Jalisco die Leichen von 18 Menschen gefunden. Die Toten waren enthauptet und zerstückelt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Ermittler vermuten hinter der grausigen Tat einen Racheakt. Die Gegend war schon häufig Schauplatz blutiger Vergeltungsschläge von Kartellen im mexikanischen Drogenkrieg. Dem Fund war ein anonymer Anruf vorausgegangen. Am Tatort wurden zudem mehrere Botschaften gefunden, über deren Inhalt aber nichts bekannt wurde.

Der Staatsanwaltschaft zufolge könnte es sich um einen Racheakt für 23 Morde vom vergangenen Freitag in Nuevo Laredo im Bundesstaat Tamaulipas an der Grenze zu den USA handeln. Dies habe eine festgenommene Frau behauptet, die nach eigenen Angaben einer örtlichen Bande mit Kontakten zum Drogenkartell der Zetas angehöre. In Nuevo Laredo waren neun an einer Brücke hängende Leichen sowie 14 enthauptete Leichen entdeckt worden. Vermutlich handelte es sich dabei um Opfer im Bandenkrieg zwischen den Zetas und dem Sinaloa-Kartell.

Im mexikanischen Drogenkrieg wurden seit Ende 2006 mehr als 50.000 Menschen getötet. Damals hatte Präsident Felipe Calderón einen Militäreinsatz gegen die Drogenbanden gestartet. Allein im Januar 2012 wurden in Mexiko 960 Menschen erschossen, enthauptet, massakriert oder lebendig begraben.

Innenminister Alejandro Poiré kündigte an, die Regierung werde weitere Truppen und Bundespolizisten für den Kampf gegen die Kartelle einsetzen. Die zusätzlichen Sicherheitskräfte sollen im Bundesstaat Morelos nahe der Hauptstadt Mexiko-Stadt stationiert werden, wo die Gewalt in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Durch den Einsatz soll vor allem die Gewalt in der bei Touristen beliebten Hauptstadt des Bundesstaates, Cuernavaca, zurückgehen.

lgr/AFP/AP

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insgesamt 7 Beiträge
van_doesburg 10.05.2012
Absolut unfassbare Verbrechen in perversester Schlachter-Manier, die sich in Mexiko abspielen. Trotzdem kein Grund, die ganze Tragödie zu verdoppeln (oder zu halbieren??!): im Artikel ist von 50.000 Toten seit 2006 die Rede, in [...]
Absolut unfassbare Verbrechen in perversester Schlachter-Manier, die sich in Mexiko abspielen. Trotzdem kein Grund, die ganze Tragödie zu verdoppeln (oder zu halbieren??!): im Artikel ist von 50.000 Toten seit 2006 die Rede, in einer der Bildunterschriften von 25.000...
4Kg 10.05.2012
Die Fotostrecke ist von 2010, seitdem ist viel passiert, Die genaue Anzahl der Opfer kennt vermutlich niemand und wird weit darüber liegen. Oft bleibt unerwähnt, dass auch unzählige Frauen und Kinder nach dem Tod des [...]
Die Fotostrecke ist von 2010, seitdem ist viel passiert, Die genaue Anzahl der Opfer kennt vermutlich niemand und wird weit darüber liegen. Oft bleibt unerwähnt, dass auch unzählige Frauen und Kinder nach dem Tod des Ehemanns/Vaters zurückbleiben und nicht wissen, wovon sie leben sollen und ob sie nicht auch in Gefahr sind. Das Leid und die Angst sitzen sehr tief und betreffen auch Menschen, die nicht in der Presse erwähnt werden. Grüße aus Mexiko, die meisten Menschen hier sind fröhlich und sehr warmherzig und wollen einfach nur friedlich ihr Leben führen.
Sitiveni 10.05.2012
Das hat nichts mit Schmuddeljournalismus zu tun! Zwei tote Mexikaner entsprechen wohl einem toten Europäer ... da ist was durcheinandergeraten. So wie eine Frau in den USA, die sich mit heißem Kaffee verbrüht mehrere [...]
Zitat von van_doesburgAbsolut unfassbare Verbrechen in perversester Schlachter-Manier, die sich in Mexiko abspielen. Trotzdem kein Grund, die ganze Tragödie zu verdoppeln (oder zu halbieren??!): im Artikel ist von 50.000 Toten seit 2006 die Rede, in einer der Bildunterschriften von 25.000...
Das hat nichts mit Schmuddeljournalismus zu tun! Zwei tote Mexikaner entsprechen wohl einem toten Europäer ... da ist was durcheinandergeraten. So wie eine Frau in den USA, die sich mit heißem Kaffee verbrüht mehrere Millionen US-Dollar erhält, während versehentlich getötete Afghanische Zivilisten nur 50.000 US-Dollar pro Person wert sind ...
schnitti23 10.05.2012
Mit rechtsstaatlichen Mitteln wird man dieser Plage niemals Herr werden können. Da hilft nur noch das konsequente Standrecht.
Mit rechtsstaatlichen Mitteln wird man dieser Plage niemals Herr werden können. Da hilft nur noch das konsequente Standrecht.
phantastica 11.05.2012
sind die Politiker, die für den Krieg gegen die Drogen verantwortlich sind. Durch die Kriminalisierung der Drogen sichern sie sich die hohen Verkaufspreise. 50000 Abgeschlachtete Menschen und zerstörte Familien nehmen die für [...]
sind die Politiker, die für den Krieg gegen die Drogen verantwortlich sind. Durch die Kriminalisierung der Drogen sichern sie sich die hohen Verkaufspreise. 50000 Abgeschlachtete Menschen und zerstörte Familien nehmen die für ihren sinnlosen Krieg ohne it der Wimper zu zucken in Kauf.
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  • Donnerstag, 10.05.2012 – 13:10 Uhr
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Mexikos Kartelle
Das Sinaloa-Kartell ist eine der mächtigsten Organisationen in Mexiko und Lateinamerika. Sie kämpft erbittert gegen das Juárez-Kartell, um die Kontrolle über die Grenzstadt Ciudad Juárez zu den USA zu übernehmen. Legendäre Führungsfigur ist Joaquín Guzmán, genannt "El Chapo", dem 2001 die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis gelang und der es vergangenes Jahr mit seinem Milliardenvermögen auf Platz 41 der 67 "mächtigsten Menschen der Welt" des US-Magazins "Forbes" schaffte. Die Regierung in Mexiko-Stadt hat eine Belohnung von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.




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