Drogenprobleme Christiane F. zurück im Drogensumpf

Christiane F., bekanntgeworden durch den dokumentarischen Roman "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", soll angeblich wieder Drogen konsumieren. Eine Berliner Zeitung berichtet, das Jugendamt habe der Frau die Obhut über ihren elfjährigen Sohn entzogen.


Berlin - Ihr Schicksal zog Millionen in seinen Bann. Als tragische Heldin der Geschichte "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" wurde Christiane F. Ende der Siebziger deutschlandweit bekannt - und öffnete vielen Menschen die Augen für die bis dahin oft weitgehend ignorierte Drogenproblematik.

Christiane F. (l.) mit Moderatorin Maischberger: Berichte über Rückfall in die Drogensucht
WDR

Christiane F. (l.) mit Moderatorin Maischberger: Berichte über Rückfall in die Drogensucht

Nun soll Christiane F. nach einem Bericht der Zeitung "B.Z." wieder rückfällig geworden sein. Das Boulevardblatt schreibt, die mittlerweile 46-Jährige nehme wieder Drogen und bewege sich in der Szene am Kottbusser Tor in Berlin. Wegen des Rückfalls habe sich das Jugendamt vor einigen Wochen entschlossen, ihren elfjährigen Sohn in Obhut zu nehmen. Er lebe mittlerweile in einer betreuten Wohngruppe im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Ein Sprecher des Landkreises sagte der Zeitung, eine Rückkehr des Jungen zu seiner Mutter sei "zur Zeit ausgeschlossen". Christiane F. war zwischenzeitlich mit dem Drogenersatzstoff Methadon behandelt worden.

Im vergangenen Sommer war sie bei einem Interview bei Sandra Maischberger zu sehen. "Sie hat keinen Job, fühlt sich ausgegrenzt von der Gesellschaft und um ihre Jugend betrogen; sie besucht noch immer regelmäßig ihre alten Freunde auf der Szene und fürchtet den Rückfall", schrieb SPIEGEL-ONLINE-Autor Jörg Böckem nach der Runde. "Man möchte sie abwechselnd schütteln und in die Arme nehmen."

chs



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