Nach Begnadigung in Dubai Norwegerin ist zurück in ihrer Heimat

Marte Deborah Dalelv wurde in Dubai zu 16 Monaten Haft verurteilt, nachdem sie ihre eigene Vergewaltigung angezeigt hatte. Die Empörung in der westlichen Welt war groß, die 24-Jährige wurde begnadigt und durfte ausreisen. Nun ist sie "sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein".

Marte Deborah Dalelv: "Sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein"
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Marte Deborah Dalelv: "Sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein"


Oslo - Die in Dubai wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs verurteilte Norwegerin ist nach ihrer Begnadigung wieder zurück in der Heimat. Marte Deborah Dalelv landete auf dem Flughafen Torp bei Sandefjord, rund hundert Kilometer südlich von Oslo, wie der norwegische Fernsehsender NRK meldete. Sie sei "sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein", sagte die 24-Jährige.

Bei ihrer Ankunft im elterlichen Tønsberg sagte die sichtlich erschöpfte Dalelv, die letzten Monate seien sehr hart gewesen. Nun wolle sie einfach nur auf der Treppe vor ihrem Elternhaus sitzen und einen Kaffee trinken. Norwegens Außenminister Espen Barth Eide schrieb auf Twitter: "Willkommen zu Hause, Marte!" Zugleich mahnte er, der Kampf für die Rechte der Frauen müsse weitergehen.

Dalelv war nur knapp einer Gefängnisstrafe entgangen. Nachdem sie einen Kollegen wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, war sie in der vergangenen Woche von einem Gericht in Dubai wegen Geschlechtsverkehrs außerhalb der Ehe und Falschaussage verurteilt worden. Der Fall hatte weltweit Empörung ausgelöst.

Die norwegische Regierung hatte schwere Vorwürfe gegen die Rechtsprechung erhoben und von einem Verstoß gegen die Menschenrechte gesprochen. Am Montag war die Norwegerin schließlich begnadigt worden. Auch der mutmaßliche Täter kam frei.

Dalelvs früherer Chef in Doha bedauerte in einem Interview mit der Zeitung "Arabian Business", dass man der Innenarchitektin gekündigt habe. "Es war falsch und absolut unnötig", sagte der Schwede Thomas Lundgren von der Einrichtungsfirma The One. Er biete ihr an, in ihren Job zurückzukehren. Lundgren und seine Familie hatten nach Bekanntwerden des Urteils zahlreiche Hassmails bekommen, in denen unter anderem mit der Vergewaltigung seiner Töchter gedroht wurde.

wit/dpa



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