Düsseldorf Anklage gegen mutmaßlichen Attentäter vom Wehrhahn erhoben

Im Jahr 2000 wurden bei einem Bombenanschlag in Düsseldorf zehn Menschen zum Teil schwer verletzt. Nun wurde Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben.

S-Bahnhof Wehrhahn in Düsseldorf
DPA

S-Bahnhof Wehrhahn in Düsseldorf


Etwa 17 Jahre nach einem Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn hat die Staatsanwaltschaft gegen den mutmaßlichen Attentäter Anklage erhoben. Es handelt sich um einen 51-jährigen Mann, der Anfang Februar gefasst worden war.

Er war bereits unmittelbar nach der Tat vorübergehend festgenommen worden, musste aber mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen werden. Der Verdächtige betrieb damals in der Nähe des Tatorts einen Militaria-Laden und galt als Waffennarr.

Dem Rechtsradikalen wird zwölffacher versuchter Mord vorgeworfen. Damit droht ihm als Höchststrafe lebenslange Haft. Sein Motiv soll Fremdenhass sein. Der Angeschuldigte bestreitet die Tat. Die Opfer waren überwiegend jüdischen Glaubens.

Am 27. Juli 2000 um 15.03 Uhr war am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn eine Rohrbombe explodiert, gefüllt mit dem Sprengstoff TNT. Ein Metallsplitter drang in den Bauch einer schwangeren Frau ein und tötete ihr ungeborenes Baby.

Die Frau schwebte in Lebensgefahr. Der Splitterhagel reichte 100 Meter weit. Insgesamt wurden zehn Menschen verletzt - überwiegend jüdische Einwanderer aus Osteuropa, die vom Deutschunterricht an einer Sprachschule kamen.

bbr/dpa/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.