Konflikt mit Schönheitschirurg Wegen Erpressung angeklagte Beauty-Bloggerin freigesprochen

Sie vergoss Tränen, er bestand auf seiner Version: Ein Gericht in Düsseldorf hat eine junge Bloggerin vom Vorwurf freigesprochen, einen Mediziner erpresst zu haben. Beide zeigten sich im Saal emotional.


Eine Bloggerin mit Schwerpunkt Beauty-Themen ist vom Vorwurf der Erpressung eines Schönheitschirurgen freigesprochen worden. Das Gericht habe der Angeklagten die Tat nicht nachweisen können, sagte die Düsseldorfer Amtsrichterin Heike Koppe.

Die Freigesprochene vergoss im Gerichtssaal Tränen: "Ich bin einfach nur glücklich", sagte die 27-Jährige nach der Verhandlung. Allerdings habe sie angesichts des Stresses um die Vorwürfe ihr ungeborenes Baby verloren. "Das werde ich ihm niemals verzeihen", sagte die Oberhausenerin über den Mediziner. Über den Tatvorwurf sagte sie: "Sowas würde ich nie machen!"

Der Chirurg hatte behauptet, die junge Frau habe 100.000 Euro von ihm gefordert. Andernfalls werde sie mit einer Rufmordkampagne seine berufliche Existenz vernichten. Seinen beruflichen Erfolg habe er schließlich nur ihren positiven Berichten zu verdanken.

"Das ist komplett gelogen!"

"Ich habe Angst gehabt. Ich habe viel investiert und dann kommt jemand und droht, alles kaputtzumachen", sagte der 40-Jährige. "Ich war wirklich im Schockzustand - so etwas habe ich noch nicht erlebt." Er habe nicht gezahlt und zunächst sei auch nichts geschehen, sagte er. Doch als er drei Monate später im Urlaub gewesen sei, habe die Kampagne gegen ihn tatsächlich begonnen.

Die Bloggerin, die zuvor dreimal wegen Betrugs zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, wies diese Darstellung zurück. Sie habe sich mit dem Mediziner lediglich über die Rückerstattung der Kosten für eine aus ihrer Sicht missratene Operation gestritten. "Das ist komplett gelogen", hatte die 27-Jährige beteuert: "Ich bin das Opfer."

War die Staatsanwältin anfangs noch überzeugt, die Bloggerin habe ihre Macht durch angeblich 350.000 Abonnenten ihrer Social-Media-Kanäle auf kriminelle Weise missbraucht, beantragte sie nun selbst den Freispruch.

mxw/dpa



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