Großbrand in Flüchtlingsunterkunft Düsseldorfer Gericht spricht zwei Asylbewerber frei

In Düsseldorf brannte ein großes Flüchtlingsheim komplett aus. Zwei Asylbewerber mussten sich deshalb vor Gericht verantworten. Doch selbst die Staatsanwaltschaft beantragte Freisprüche.

Die Angeklagten vor dem Düsseldorfer Landgericht (Archiv)
DPA

Die Angeklagten vor dem Düsseldorfer Landgericht (Archiv)


Im Prozess um den Großbrand einer Flüchtlingsunterkunft in Düsseldorf ist das Urteil gefallen. Das Düsseldorfer Landgericht sprach zwei nordafrikanische Asylbewerber frei. Sie standen unter Verdacht, die Halle absichtlich angezündet zu haben, weil dort trotz des Fastenmonats Ramadan Mittagessen ausgegeben wurde.

Die Kammer habe "in dubio pro reo" entschieden - im Zweifel für den Angeklagten, sagte die Vorsitzende Richterin. Die Verdachtsmomente hatten sich in der Hauptverhandlung deutlich abgeschwächt.

Sowohl Staatsanwalt als auch Verteidiger beantragten für beide Angeklagten Freisprüche. Die Zeugen hätten im Prozess anders ausgesagt als bei der Polizei, sagte Staatsanwalt Martin Stücker. Letztlich sei von den belastenden Aussagen nicht mehr viel übrig geblieben.

"Wir haben gesehen, dass Zeugen bereit sind, hier zu lügen", sagte Verteidiger Olaf Heuvens. In einem Fall habe ein Journalist einen Zeugen provoziert und ihm für eine bestimmte Story Geld geboten.

Fotostrecke

3  Bilder
Düsseldorf: Flüchtlingsunterkunft in Flammen

Das Feuer war am 7. Juni 2016 in der mit 282 Männern belegten ehemaligen Messehalle ausgebrochen. Bei dem Großbrand soll ein Schaden von rund zehn Millionen Euro entstanden sein. Die Halle brannte völlig aus und musste abgerissen werden.

wit/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.