Anschlag in Düsseldorf Mutmaßlicher Wehrhahn-Bomber widerspricht sich selbst

Ralf S. soll den Sprengstoffanschlag an der S-Bahn-Station Düsseldorf-Wehrhahn vor 17 Jahren verübt haben. Er bestreitet das, verstrickt sich vor Gericht aber in Widersprüche.

Angeklagter Ralf S.
DPA

Angeklagter Ralf S.


Im Prozess zum Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor mehr als 17 Jahren hat sich der Angeklagte Ralf S. in Widersprüche verwickelt. In abgehörten Telefonaten, mit denen das Gericht den Angeklagten konfrontierte, behauptete er selbst mehrfach, im Umgang mit Bomben und Sprengstoffen ausgebildet worden zu sein: "Ich bin der einzige, der hier wohnt und die Ausbildung hat." Beim Prozessauftakt hatte Ralf S. dies bestritten.

Er bezeichnete diese damaligen Aussagen als "Wichtigtuerei". Außerdem sagte er in einem Telefonat: "Es ist mir scheißegal, ob hier ein paar Türken oder Griechen verbrennen." In den Gesprächen, die am Landgericht Düsseldorf vorgespielt wurden, sagte der heute 51-Jährige nach dem Anschlag, dass er "national gesinnt" sei. Außerdem nahm er über die rechtsextreme Hotline "Nationales Info-Telefon" mehrfach Kontakt zu einem stadtbekannten Neonazi auf.

Bei dem Bombenanschlag am 24. Juli 2000 waren zehn Menschen verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um überwiegend jüdische Einwanderer aus Osteuropa. S. steht wegen zwölffachen Mordversuchs vor Gericht. Dem Ex-Soldaten droht lebenslange Haft. Er soll aus rassistischen Motiven gehandelt haben. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

win/dpa



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