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Razzia im "Maghreb-Viertel": Düsseldorfer Polizei geht gegen kriminelle Nordafrikaner vor

Etwa 300 Beamte waren im Einsatz. Die Polizei von Düsseldorf hat rund um den Hauptbahnhof eine Razzia durchgeführt. Die Gegend gilt als Rückzugsort vor allem von kriminellen Gruppen aus Nordafrika.

Düsseldorf - Im sogenannten Maghreb-Viertel nahe dem Düsseldorfer Hauptbahnhof hat es am Samstag eine Großrazzia gegeben. Rund 300 Beamte waren seit 17.30 Uhr im Einsatz, teilte die Polizei der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt mit. Demnach lief der Großeinsatz zeitgleich in mehreren Gastronomiebetrieben rings um den Hauptbahnhof.

Aufklärungsergebnisse hätten gezeigt, "dass sich hier zu bestimmten Zeiten Personen treffen und aufhalten, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle sowie Straßenraub- aber auch Drogendelikte zu begehen", hieß es seitens der Behörden zur Begründung.

Auch die Bundespolizei und städtische Behörden beteiligten sich an dem Großeinsatz. Ergebnisse sollten am Sonntag bekanntgegeben werden. Das Viertel gilt als Rückzugsort vor allem nordafrikanischer krimineller Banden, daher der Name. "Der Einsatz hat sich gezielt gegen diese Gruppen gerichtet", sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf SPIEGEL ONLINE.

Allein aus Nordafrika halten sich nach einer kürzlich vorgelegten Polizeibilanz gut 2200 mutmaßliche Straftäter in Düsseldorf auf. In einer Analyse der dortigen Polizei mit dem Titel "Casablanca" hatte eine Hauptkommissarin der Auswerte- und Analysestelle Allgemeine Kriminalität jüngst zusammengetragen, in welchem Ausmaß Kriminelle aus Nordafrika in der Stadt Straftaten begehen. Von Diebstahl, Raub, Körperverletzung und Bedrohungen ist die Rede (Lesen Sie hier die Hintergründe).

Das Fazit: Alle 3,5 Stunden schlagen Täter aus dem Maghreb in Düsseldorf zu. "Die Gruppe erscheint insgesamt unverschämt und respektlos", schreibt die Beamtin. Wegen ihrer Aggressivität und Dominanz im öffentlichen Raum hätten die Kriminellen einen massiven Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bürger.

Vor allem Nordafrikaner sollen auch für die Übergriffe auf Frauen an Silvester in Köln verantwortlich sein. Die Politik diskutiert derzeit über Möglichkeiten, straffällige Marokkaner, Algerier und Tunesier leichter abzuschieben und ihre Länder zur Zurücknahme zu bewegen.

Nordafrikanische Migranten beschäftigen mittlerweile auch die Politik. Rund 5500 Algerier, Marokkaner und Tunesier in Deutschland waren laut eines internen Papiers der Länder-Innenbehörden Ende Juli "ausreisepflichtig". Lediglich 53 konnten im ersten Halbjahr 2015 in ihre Heimatländer abgeschoben werden.

Die Beamten beklagen in dem Papier, das dem SPIEGEL vorliegt, dass Abschiebungen nach Nordafrika häufig an der Blockadehaltung der Maghreb-Staaten scheitern. Rückführungen nach Marokko seien "aufgrund des unkooperativen Verhaltens der Botschaft nur sehr eingeschränkt möglich". Bei Algerien sieht es nur geringfügig besser aus. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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suc/dpa/AFP

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