Tote in Anwaltskanzleien Landgericht Düsseldorf verurteilt Ex-Koch zu lebenslanger Haft

Er tötete drei Menschen und setzte zwei Anwaltskanzleien in Brand: In Düsseldorf ist ein 49-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.

Angeklagter im Landgericht Düsseldorf (Archiv): Besondere Schwere der Schuld festgestellt
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Angeklagter im Landgericht Düsseldorf (Archiv): Besondere Schwere der Schuld festgestellt


Düsseldorf - Knapp sieben Monate nach den tödlichen Schüssen in nordrhein-westfälischen Anwaltskanzleien ist der Angeklagte zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht sprach den ehemaligen Koch wegen dreifachen Mordes, mehrfachen Mordversuchs und versuchten Totschlags schuldig. In seinem Urteil stellte es zudem eine "besondere Schwere der Schuld" fest. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren im Gefängnis ist damit ausgeschlossen.

Das Gericht folgte weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte dem 49-Jährigen vorgeworfen, er sei "absolut kaltblütig und zielgerichtet vorgegangen in seiner Zerstörungswut". Er habe einen blutigen Rachefeldzug gegen Anwälte unternommen, von denen er sich in einem Rechtsstreit schlecht vertreten gefühlt habe. In Kanzleien in Düsseldorf und im benachbarten Erkrath habe er zwei Frauen und einen Mann erstochen beziehungsweise erschossen, "heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen". Anschließend habe er in den Büroräumen Feuer gelegt.

Auslöser der blutigen Taten war laut Anklage eine Strafanzeige der früheren Chefin des Angeklagten. Im Dezember 2011 beschuldigte die Frau ihren damaligen Kollegen in einer Pizzeria im niederrheinischen Goch der Körperverletzung. Der Koch habe ihr eine heftige Ohrfeige versetzt, wodurch ihr Trommelfell gerissen sei. T. stritt laut Anklage die Tat ab und versuchte in der Folgezeit, sich mit Unterstützung von Anwälten in Düsseldorf und Erkrath gegen einen zwischenzeitlich erlassenen Strafbefehl zu wehren.

Opfer der tödlichen Wut des Mannes wurden laut Staatsanwaltschaft eine Juristin und ein Anwalt in der Düsseldorfer Kanzlei sowie eine Angestellte in der Erkrather Sozietät. Zudem habe der Angeklagte mehrere Menschen verletzt, darunter einen Anwalt in der Erkrather Kanzlei durch einen Bauchschuss.

Nach den Bluttaten in den beiden Anwaltsbüros hatte die Polizei einen Großeinsatz eingeleitet, zahlreiche Spezialeinheiten wurden in der Region zusammengezogen. Der 49-Jährige soll auf dem Weg zur der Pizzeria in Goch gewesen sein, um seine Ex-Chefin zu töten und deren Restaurant anzuzünden. In Goch konnte er jedoch mithilfe eines Zeugen überwältigt und der Polizei übergeben werden.

Die Verteidigung hatte in ihren Plädoyers auf einen konkreten Strafmaßantrag verzichtet. Sie bat lediglich um ein "mildes Urteil" im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Ein Gutachter hatte im Prozess berichtet, der Mann sei aggressiv, gefühlskalt und sehe sich schnell benachteiligt. Deswegen sei die Prognose für ihn ungünstig.

hut/AFP/dpa



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