Wehrhahn-Anschlag Ralf S. soll mit Ermordung des Staatsanwalts gedroht haben

Der mutmaßliche Bombenleger Ralf S. wird durch Zeugenaussagen wieder unter Druck gesetzt. Im Gefängnis soll er die Tat nicht nur gestanden, sondern auch mit der Ermordung des Staatsanwalts gedroht haben.

Angeklagter neben seinem Anwalt im Landgericht Düsseldorf
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Angeklagter neben seinem Anwalt im Landgericht Düsseldorf


Der Angeklagte im sogenannten Wehrhahn-Prozess soll die Ermordung des am Verfahren beteiligten Staatsanwalts angekündigt haben. Das habe ihnen ein ehemaliger Mithäftling von Ralf S. berichtet, sagten ein Vollzugsbeamter und ein Anstaltspsychologe als Zeugen im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn aus.

Der mutmaßliche Bombenleger soll dem Mithäftling auch gestanden haben, den Bombenanschlag vor 18 Jahren begangen zu haben. Das Gericht hatte den 51-jährigen Angeklagten vor drei Wochen auf freien Fuß gesetzt, weil es für dessen Täterschaft keinen ausreichenden Tatverdacht mehr sah.

Der ehemalige Mithäftling selbst wurde entgegen dem Plan des Gerichts nicht vernommen. Staatsanwalt und Nebenklage hatten den Termin scharf kritisiert, weil sie die Aussagen des neuen Zeugen noch nicht hätten lesen können. Damit sei eine Vorbereitung nicht möglich gewesen. Daraufhin vertagte das Gericht die Vernehmung auf kommende Woche.

Der mutmaßliche Bombenleger soll in der Untersuchungshaft Vertrauen zu dem Mitgefangenen gefasst haben, weil er ihn für einen rechtsextremen Gesinnungsgenossen gehalten haben soll. Nach der Freilassung des Angeklagten hatte sich der Mitgefangene im Justizkrankenhaus in Fröndenberg zunächst an den Anstaltspsychologen gewandt. Er habe von der Freilassung des Angeklagten erfahren und komme nicht damit klar, dass der 51-Jährige ungestraft davonkomme.

Bereits vor mehreren Jahren hatte ein anderer Mithäftling berichtet, der Verdächtige habe ihm die Tat gestanden. Er war vom Gericht aber schließlich als wenig glaubwürdig eingestuft worden.

Bei dem Anschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen verletzt worden. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib.

bbr/dpa

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