Duisburg Nacktspiele im Kindergarten - Staatsanwaltschaft ermittelt

Unbekleidete Kinder, verunsicherte Eltern und der Verdacht auf Verletzung der Aufsichtspflicht: In Duisburg ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Erzieherinnen eines Kindergartens. Sie sollen Nacktspiele geduldet haben - ohne das Wissen einiger Eltern.


Duisburg - Wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung sagte, begannen die Nacktspiele in dem Kindergarten in Duisburg-Walsum im Sommer - nachdem sich mehrere Kinder aus eigener Initiative ausgezogen hatten.

Der Kindergarten habe den Jungen und Mädchen darauf ein separates Zimmer zur Verfügung gestellt, in dem zeitweise zwischen fünf und zehn Kinder nackt spielten, erklärte die Sprecherin.

Die Eltern dieser Kinder seien zwar informiert worden - alle übrigen Eltern und das Jugendamt wussten jedoch laut Sprecherin nicht Bescheid.

Die Nacktspiele seien erst bekannt geworden, als eine Mutter berichtete, dass ihr Sohn ihr von einem sexuellen Kontakt zwischen einem Jungen und einem Mädchen erzählt habe.

Verunsicherte Eltern brachten ihre Sprösslinge daraufhin nicht mehr in die Einrichtung - rund zwei Drittel der 120 Kinder blieben zu Hause. Das Jugendamt verbot die Nacktspiele dann Anfang November.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen des Verdachts auf Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht gegen die Erzieherinnen.

Die Stadt Duisburg hatte zuvor beschlossen, den Kindergarten ab dem ersten Dezember für einen Monat zu schließen. Zudem sei die Leiterin beurlaubt worden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Auch die anderen Betreuer sollen in den kommenden Wochen ausgetauscht werden, das das Vertrauen der Eltern nachhaltig erschüttert sei.

ber/ddp



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