Duisburger Bluttat Großrazzia nach Mafia-Morden - Polizei hält mehrere Personen fest

Die Ermittlungen zum Sechsfachmord von Duisburg gehen in die heiße Phase: Die Beamten haben in einer groß angelegten Aktion Gebäude in einigen Bundesländern durchsucht und mehrere Menschen vorübergehend festgehalten und vernommen. Auch Gegenstände wurden sichergestellt.


Duisburg - Nähere Angaben zu den Festgenommenen sowie zu den sichergestellten Gegenständen wollten die Ermittler noch nicht machen. Sie gaben auch keine Hinweise zu den bisherigen Arbeitsergebnissen der Mordkommission.

Inzwischen seien knapp 400 Hinweise aus der Bevölkerung im Zusammenhang mit der Tat in der Nacht auf den 15. August in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs eingegangen. Allen Hinweisen werde sorgfältig nachgegangen, hieß es. Die Ermittler vermuten als Motiv des Verbrechens eine Blutfehde zwischen zwei verfeindeten Familienclans der kalabrischen Mafia.

Auch das Interesse an der im Internet von der Polizei Duisburg veröffentlichten Videosequenz sei ungebrochen groß. Bislang sei diese Seite fast 63.000 Mal aufgerufen worden. Die Sequenz zeigt, wie unmittelbar nach der Tat zwei Personen davonlaufen.

Unterdessen hat in Mülheim an der Ruhr die Trauerfeier für eines der Mordopfer begonnen. Die Beisetzung des 18-jährigen Tommaso-Francesco V. sollte anschließend auf dem neuen Friedhof in Mülheim-Dümpten stattfinden. Polizei und Mitarbeiter der Stadt schirmen auf Wunsch der Familie Friedhof und Trauerhalle gegen Fotografen und Kamerateams ab. Rund 70 Gäste nehmen zur Stunde an der Trauerfeier teil.

Die Polizei geht von mindestens zwei Tätern aus. Italienischen Ermittlern zufolge soll das Duisburger Restaurant schon lange unter Beobachtung gestanden haben, "weil sich dort einflussreiche Mafia-Mitglieder trafen".

jdl/ddp/dpa

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