Durch die Dachluke Häftling flieht aus Bochumer Gefängnis

Ein Untersuchungshäftling ist aus dem Bochumer Gefängnis geflohen - mit zwei waghalsigen Sprüngen. Die Polizei warnt davor, sich dem Flüchtigen in den Weg zu stellen. Gegen den 26-Jährigen wird wegen schweren Raubes ermittelt.

Die JVA Bochum: Aus der Dachluke übers Flachdach auf den Bürgersteig
DPA

Die JVA Bochum: Aus der Dachluke übers Flachdach auf den Bürgersteig


Bochum - Zwei mutige Sprünge und schon war er in Freiheit: Einem 26-Jährigen ist am Freitag die Flucht aus der Bochumer Justizvollzugsanstalt gelungen. Der Mann war durch eine Dachluke auf das Dach eines Hafthauses geklettert und dann sechs Meter tief auf das Flachdach eines weiteren JVA-Baus gesprungen. Von dort aus warf er sich rund fünf Meter tief in die Freiheit und floh über einen Bürgersteig. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos, wie die stellvertretende Anstaltsleiterin Karin Lammel berichtete.

Die Polizei warnte davor, sich dem Flüchtigen in den Weg zu stellen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass er Gewalt anwende, hieß es in einer Mitteilung. Gegen den Mann wird wegen schweren Raubes ermittelt: Der 26-Jährige soll im April 2010 mit einem Komplizen einen Supermarkt in Dortmund überfallen haben.

Wie der Mann zu der außerhalb des Haftbereichs liegenden Dachluke gelangen konnte, ist noch unbekannt.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Justizministeriums gab es in den vergangenen drei Jahren landesweit jeweils nur einen Ausbruch von einem oder zwei Gefangenen, darunter 2009 der spektakuläre Ausbruch der beiden Schwerverbrecher Heckhoff und Michalski aus der JVA Aachen. Der Ausbruch von Bochum sei der erste 2011.

Die Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski flohen unter Mithilfe eines Vollzugsbeamten aus dem Aachener Gefängnis. Zurzeit stehen sie vor Gericht.

siu/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.