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Razzien in Ecuador: Behörden beschlagnahmen Zehntausende Haifischflossen

Haifischflossen in Manta: "Wir müssen die kriminellen Netzwerke zerschlagen" Zur Großansicht
Fiscalia General del Estado Ecuador

Haifischflossen in Manta: "Wir müssen die kriminellen Netzwerke zerschlagen"

Es soll sich um eines der schlimmsten Umweltverbrechen der vergangenen Jahre handeln: Bei Razzien in Ecuador haben Fahnder Zehntausende Haifischflossen entdeckt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.

Offiziell ist die Jagd auf Haie in Ecuador verboten. Doch bei Razzien in der Hafenstadt Manta haben Behördenmitarbeiter jetzt Zehntausende Flossen entdeckt. Innenminister José Serrano verkündete den Schlag gegen den verbotenen Handel via Twitter: "Wir müssen diese kriminellen Netzwerke zerschlagen", schrieb er. Die Verantwortlichen hätten ausschließlich ihren finanziellen Nutzen im Sinn, die Zerstörung des Ökosystems sei ihnen egal.

Serranos Angaben zufolge stieg die Zahl der beschlagnahmten Haifischflossen inzwischen auf fast 200.000. Der Staatsanwalt der Region Manabí, Vicente Párraga, schrieb hingegen von rund 100.000. Bei den Razzien sind seinen Angaben zufolge fünf Verdächtige festgenommen worden, bei ihnen wurden mehrere Waffen gefunden.

Die Flossen von Haifischen sind vor allem in der asiatischen Küche sehr begehrt und werden auch in der traditionellen Medizin Asiens verwendet. Nach Angaben der ecuadorianischen Behörden sollen die Festgenommenen mindestens 300.000 Haie getötet haben. Damit handle es sich um eines der schlimmsten Umweltverbrechen der vergangenen Jahre.

aar/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Bravo!
Worldwatch 29.05.2015
Ecuador macht es dazu vorbildlich und richtig in jeder Hinsicht.
2. Haie
astra1971 29.05.2015
Kanadische Forscher melden einen Rückgang von Ozeanischen Weissspitzenhai Populationen um 99%. Sie wurden in gewissen Regionen beinahe ausgelöscht. Haie werden nicht nur aktiv für ihr Fleisch, ihre Flossen oder Knorpel befischt. Millionen Haie sterben, als unverwertbarer Beifang, in den Netzen und Longlines der schwimmenden Fischfabriken.
3. Haifischflossen
hermannheester 29.05.2015
Haifischflossen sind begehrt und beliebt. Das weiß man nicht nur in Ecuador. Im TV war vor einiger Zeit auch ein Bericht über Haifischflossensammler (übrigens russischer Herkunft) die in den Gewässern vor Australien nach Haien fischen, denen sie der Flossen beraubt, ein Ende unter Wasser "vergönnten". Die Zentrale dieser Fangeinheiten ist übrigens in China beheimatet.
4. Leider haben Haie keine Lobby. Sie sind nicht niedlich wie Koalas ...
*Travelyunkie* 29.05.2015
Dabei sind Haie faszinierende Lebewesen, die es bereits seit über 450 Millionen Jahren auf der Welt gibt. Sie überlebten sogar die großen und gefräßigen Dinosaurier. Jetzt werden sie vom Menschen bedroht. Jedes Jahr werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen. Und das oft nur, um die Flossen abzuhacken. Denn die gelten vor allem in asiatischen Ländern als Delikatesse. Anschließend werfen die Fischer die Tiere blutend und schwimmunfähig wieder ins Meer zurück, wo sie qualvoll sterben. Für Knabber-Chips aus Hai-Knorpel „verbraucht“ allein Costa Rica jeden Monat über 200.000 Haie. Haie landen außerdem als ungewollter Beifang in riesigen Fischernetzen, die immer mehr die Weltmeere durchziehen. http://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/haie/verfemt-und-verfolgt/ Sie gehörten schon immer zu den Furcht erregendsten Tieren auf Erden. Tatsache aber ist: Es kommen mehr Menschen durch Elefanten oder Bienen ums Leben als durch Haie. http://de.wikipedia.org/wiki/Haie Die Gefahr von Haiangriffen wird oft übertrieben dargestellt; so ist die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz getroffen zu werden, weitaus höher als die Gefahr einer Haiattacke. In einem Jahr registriert man durchschnittlich 100 Haiangriffe; ungefähr fünf bis zehn davon enden tödlich... http://scienceblogs.de/geograffitico/2011/10/28/knowing-what-i-know-now/ Die Zahl der unprovozierten Angriffe von Haien auf Menschen liegt bei weit unter 100 (im Jahr 2010 waren es laut dieser Statistik 79); die durchschnittliche jährliche Zahl der Todesopfer durch Haiangriffe im vergangenen Jahrzehnt liegt weltweit bei 4,3. Im Vergleich dazu: Allein in Deutschland sterben jährlich 23 Menschen durch Pferde (= bei Reitunfällen). http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article136013256/Mehr-Tote-durch-Kuehe-als-durch-Weisse-Haie.html http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article117224758/Dem-Weissen-Hai-droht-die-Ausrottung.html https://www.youtube.com/watch?v=9W6inzgh5KM
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Bevölkerung: 16,528 Mio.

Hauptstadt: Quito

Staats- u. Regierungschef: Rafael Correa

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