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05. September 2008, 14:43 Uhr

Ehrenmorde

Polizei ermittelt im Fall von lebendig begrabenen Frauen

Die sogenannten Ehrenmorde an fünf Frauen in Pakistan werden jetzt doch polizeilich untersucht: Die Opfer im Alter von 14 bis 45 Jahren waren lebendig begraben worden. Ermittlungen gab es zunächst nicht - am Sonntag wird in Pakistan gewählt.

London - Sie waren 18, 16 und 14 Jahre alt - drei junge Frauen aus dem Dorf Baba Kot ins Pakistans südwestlicher Provinz Belutschistan.

Die Teenager wurden brutal ermordet - offenbar, weil sie nicht in die von ihren Familien arrangierten Heiraten einwilligen wollten. Zwei ältere Frauen, die versuchten, die Mädchen zu schützen, wurden auf die gleiche bestialische Weise umgebracht.

Nach einem Bericht der britischen "Times" waren die Frauen von mehreren Männern aus dem Dorf verschleppt und in eine abgelegene Gegend gebracht worden. Dort seien sie "brutal gefoltert" und dann in eine circa 60 Zentimeter tiefe Grube gestoßen worden, in der man sie bei lebendigem Leib begrub. Dann hätten die Männer in die Luft gefeuert - als Warnung an andere, sich dem Ort des Geschehens zu nähern.

Die Tat geschah bereits am 13. Juli dieses Jahres - Ermittlungen gab es von offizieller Seite bislang jedoch nicht, was von Menschenrechtsgruppen angeprangert wurde. Für Empörung sorgten schließlich Äußerungen des Abgeordneten Israr Ullah Zehri, der die sogenannten Ehrenmorde an den Frauen als "jahrhundertealte Traditionen" verteidigte. "Nur wer sich der Unmoral hingibt, muss Angst haben", sagte Zehri im pakistanischen Parlament - und sorgte für einen Eklat.

Mehrere Abgeordnete sprangen protestierend auf und verurteilten den sogenannten Ehrenmord als barbarisch.

Mittlerweile nahm die Polizei sechs Personen fest, so die "Times", darunter die Väter und einige der Brüder der Mädchen. Es sei jedoch auch der Verwandte eines Politikers aus Belutschistan in die Morde involviert - er habe die Frauen unter Waffengewalt entführt und mit seinem Auto zum Hinrichtungsplatz gefahren, das angeblich ein Nummernschild der Regierung trug. Der Mann sei der jüngere Bruders aus der regierenden Pakistanischen Volkspartei (PPP). Er selbst bestreitet die Vorwürfe.

Am Sonntag wählt Pakistan einen neuen Präsidenten. Kritiker warfen der Regierung laut "Times" vor, die Morde vertuschen zu wollen, um Wähler in der Provinz Belutschistan nicht zu "verunsichern".

pad

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