Eifersuchtsdrama Mann zerstückelt Exfreundin und Mitschülerin

Ein junger Mann hat zugegeben, seine Exfreundin und deren Mitschülerin getötet zu haben. Die Leichen zerstückelte er. Über die Grausamkeit der Tat sind selbst erfahrene Ermittler fassungslos. Das Motiv ist dem Geständnis zufolge Eifersucht.


Spurensicherung am Tatort: "Tat ist an Grausamkeit nicht zu überbieten"
DDP

Spurensicherung am Tatort: "Tat ist an Grausamkeit nicht zu überbieten"

München - Der 22-Jährige habe gestanden, seine ehemalige Freundin erstochen zu haben, weil sie ihn wegen eines anderen Mannes verlassen wollte, teilte die Polizei mit. Ihre Freundin musste ebenfalls sterben, weil sie die 20-Jährige beschützen wollte. Große Teile der zerstückelten Leichen der beiden Münchner Kosmetikschülerinnen waren am Wochenende in Plastik- und Müllsäcken gefunden worden.

"Die Tat ist an Grausamkeit nicht zu überbieten", sagte der Münchner Morddezernatschef Harald Pickert heute. Motiv des Kroaten sei offenbar Eifersucht. Zusammen mit dem mutmaßlichen Täter Marco Z. wurde dessen Vater festgenommen, nachdem beide heute Morgen auf einem Autobahnparkplatz bei Rosenheim von einer Zivilstreife aufgespürt worden waren. Erst am Abend zuvor hatte sich der Tatverdacht gegen den flüchtigen Verkäufer erhärtet, nachdem die Polizei anhand von Genspuren die Leichen der beiden von Angehörigen als vermisst gemeldeten Frauen identifizieren konnte.

"Inwieweit der Vater an der Beseitigung der Leichenteile beteiligt war, wissen wir noch nicht", sagte Pickert. In seinem Geständnis habe der junge Mann jedoch versichert, die Tat allein begangen zu haben, fügte Oberstaatsanwalt Peter Boie hinzu. Möglicherweise werde die Staatsanwaltschaft morgen nur gegen den Sohn Haftbefehl beantragen.

Dem Geständnis zufolge erstach der 22-Jährige die beiden jungen Frauen am Donnerstagmittag in der gemeinsamen Wohnung des Paares in Neuperlach. Einen Tag zuvor habe ihm seine Freundin an ihrem 20. Geburtstag mitgeteilt, dass sie sich endgültig von ihm trennen wolle, sagte Chefermittler Pickert. Während des Streits sei die junge Frau mit einem Messer auf ihn losgegangen, sagte der mutmaßliche Täter gegenüber der Polizei. Daraufhin habe er sie mit einer Flasche niedergeschlagen, ihr das Messer entwunden und dann auf sie eingestochen. Als deren Freundin, die zum Zeitpunkt des Streits in einem Nebenzimmer der Wohnung war, hinzukam, erstach der Mann auch sie, berichtet die Polizei weiter.

Die junge Frau habe bereits in der Nacht zu Mittwoch ihre türkische Freundin aus Fürstenfeldbruck gegen 4 Uhr angerufen und sie gebeten, zu ihr zu kommen, weil sie Probleme mit ihrem Freund habe. "Hilfsbereit machte sich die Frau sofort auf den Weg", sagt Pickert. Ein Taxifahrer habe die beiden als letzter Zeuge lebend gegen 4.30 Uhr in der Nähe des Olympiaparks mehrere Kilometer von der Wohnung in Neuperlach entfernt gesehen.

"Vom Tatverlauf wissen wir noch sehr wenig", sagte Pickert. "Die Leichenteile haben Messerstiche." Die von Marco Z. angegebene Tatzeit müsse noch überprüft werden, fügte Oberstaatsanwalt Boie hinzu. Tatort sei die Wohnung, die Leichen seien aber offenbar an einem anderen Ort zerstückelt worden. Laut Geständnis lud der Mann nach der Bluttat beide Leichen in sein Auto und brachte sie aus der Stadt, wo er sie zerstückelte und in Müllsäcke verpackte. Anschließend fuhr er weiter auf der Autobahn in Richtung Salzburg und legte die Leichenteile in verschiedenen Waldstücken ab.

Suche nach Leichenteilen geht weiter

Die Festnahme erfolgte nur vier Stunden nach Beginn der Fahndung: Vater und Sohn hätten in eigenen Autos auf einem Autobahnparkplatz Richtung München geparkt. Der Vater habe nach der Festnahme angegeben, dass er seinen Sohn überzeugen wollte, sich der Polizei zu stellen, sagte Pickert. Eine Passantin hatte am Freitag im Landkreis Traunstein eine in einem Müllsack verpackte Hand einer der jungen Frauen entdeckt. Die Polizei fand am Wochenende und heute im Wald bei Ruhpolding zahlreiche weitere Teile in Müllsäcken, zuletzt auch die Köpfe der Mordopfer. "Die Suche dauert an", sagte Pickert.



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