Eisenach Erst ein Banküberfall, dann zwei Tote im Wohnmobil

Zwei Verbrechen geben der Polizei in Eisenach Rätsel auf: Zwei bewaffnete Bankräuber haben in einem Plattenbauviertel eine Bank überfallen. Kurz darauf wurden in einem Wohnmobil zwei Tote entdeckt. Gibt es zwischen den beiden Fällen einen Zusammenhang?


Eisenach/Gotha - Nach einem Banküberfall in Eisenach und dem anschließenden Fund zweier Leichen in einem Wohnmobil haben sich die Hinweise auf einen Zusammenhang am Wochenende verdichtet. Bei den gefundenen Toten handele es sich um zwei Männer, teilte die Polizeidirektion Gotha mit. Die Todesursache stehe noch nicht fest, dazu würden weitere gerichtsmedizinische Untersuchungen durchgeführt.

Außerdem fanden die Ermittler am Freitag in dem Wohnmobil mehrere Schusswaffen. Ob es sich bei den Toten um die Bankräuber handeln könnte, war auch am Sonntag noch unklar. Die Identität der Täter sei noch nicht geklärt worden, hieß es. Die Ermittlungen dauerten am Sonntag an. Es gebe jedoch keine neuen Erkenntnisse, sagte ein Sprecher.

Zwei bewaffnete Bankräuber hatten am Freitag eine Sparkasse in einem Eisenacher Plattenbauviertel überfallen und eine noch unbekannte Menge Geld erbeutet. Etwa zweieinhalb Stunden später und nur wenige Kilometer entfernt entdeckten Polizisten und Feuerwehrleute in einem Eisenacher Vorort die Toten in dem Wohnmobil.

Wurde in dem Wagen Geld gefunden?

Die Polizei hatte nach Angaben eines Sprechers zuvor Zeugenhinweise erhalten, dass ein weißer Caravan bei dem Bankraub eine Rolle gespielt haben könnte. Als sich Polizisten dem Fahrzeug näherten, hörten sie zwei knallartige Geräusche. Kurz darauf brach Feuer in dem Wohnmobil aus.

Der Sprecher bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach es sich bei dem verdächtigen Wohnmobil um ein Mietfahrzeug aus dem sächsischen Vogtlandkreis handelt, das vor einer Woche ausgeliehen worden sei. Keine Angaben machte die Polizei dazu, ob sich das geraubte Geld in dem Fahrzeug befand. Zur Zahl und Art der gefundenen Waffen hielten sich die Beamten unter Verweis auf ermittlungstaktische Gründe ebenfalls bedeckt.

Bei dem Überfall auf das Geldinstitut war ein Angestellter durch einen Schlag auf den Kopf leicht verletzt worden. Die zwei Täter waren mit "pistolenähnlichen Gegenständen" bewaffnet und hatten sich maskiert. Die Suche nach ihnen dauert parallel zu den Ermittlungen wegen des Leichenfundes weiter an. "Die Fahndungsmaßnahmen laufen, bis ein Zusammenhang mit dem Leichenfund bestätigt ist", sagte der Sprecher. Hinweise auf einen dritten Täter gebe es bislang nicht.

jjc/dpa



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