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Debatte um gesetzliche Regelung: EKD will Position zur Sterbehilfe überprüfen

Beratungen in einem Seniorenheim: EKD will Thema Sterbehilfe überdenken Zur Großansicht
DPA

Beratungen in einem Seniorenheim: EKD will Thema Sterbehilfe überdenken

Bislang war die Evangelische Kirche strikt gegen eine gesetzliche Regelung, die Ärzten die Beihilfe zur Selbsttötung erlaubt. Nun soll diese Position überdacht werden, sagte der scheidende EKD-Chef Nikolaus Schneider dem SPIEGEL.

Hamburg - Die Evangelische Kirche in Deutschland will offenbar ihr Nein zum ärztlich assistierten Suizid noch einmal überdenken. "Synode und Rat werden sich weiter mit dem Thema Sterbehilfe beschäftigen und sicher noch einmal äußern", sagte der scheidende EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider im Gespräch mit dem SPIEGEL und fügte hinzu: "Sterbende, ihre Bedürfnisse und Wünsche, müssen für diesen Prozess wesentlich sein. Der Respekt vor der individuellen Gewissensentscheidung von Menschen muss hierbei gewahrt bleiben."

Das ganze Gespräch lesen Sie hier im neuen SPIEGEL.

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Indirekte Sterbehilfe, bei der Beihilfe zum Suizid geleistet wird und der Betroffene beispielsweise eine tödliche Medikamentendosis einnimmt, ist in Deutschland straffrei.

Bislang hat sich die EKD nach den Worten Schneiders gegen eine gesetzliche Regelung ausgesprochen, die den Ärzten die Beihilfe zur Selbsttötung ausdrücklich erlaubt. In Kürze wird im Bundestag über ein entsprechendes Gesetz diskutiert.

Schneiders Frau ist an Krebs erkrankt. Deswegen erklärte er im Juni, er wolle sein Amt als Ratsvorsitzender der EKD niederlegen. In einem Interview hatte Schneider gesagt, er würde seine Frau Anne zum assistierten Suizid begleiten. Damit würde er zwar völlig gegen seine Überzeugung handeln, würde es jedoch "aus Liebe" tun.

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insgesamt 20 Beiträge
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1. naja, ein bischen
sitiwati 19.10.2014
spät, das Thema haben wir schon vor einigen Wochen in der ZEIT gehabt, mit einem 2seitigen Interview des Ehepaars Schneider, Herr S, der ja Vorsitzender der EKD war, ist zurückgetreten, weil seine Frau an Krebis erkrankt ist und obwohl er gegen die Sterbehilfe war, ist er jetzt dazu bereit, mit seiner Frau in die CH zu fahren, um ihr, wenns an der Zeit ist, aktive Sterbehilfe zu leisten-naja !
2. Wie schnell man umdenkt...
iffel1 19.10.2014
...wenn etwas einen selbst betrifft ! Aber hier kann die Evangelische Kirche nun endlich mal zeigen, dass sie in der Gegenwart angekommen ist - anders als die Katholen. Jeder Mensch hat das Recht, selbst zu entscheiden, wann er sterben möchte und die Natur das für ihn nicht erledigt. Und wenn die Kirche noch ein paar Mitglieder behalten möchte, muss sie das akzeptieren.
3.
zieloptiker 19.10.2014
Fein, ... wieder ein Befürworter mehr für Maßnahmen Beschleunigung der Erbfolge. Das wird bei allen berechtigten Argumenten pro Sterbehilfe immer wieder außer Acht gelassen, die Einflussnahme der Familie auf den Entschluss des Patienten. Altenpfleger können ein Lied davon singen, wie gierig potentielle Erben die alten Leute schon zu Lebzeiten ausplündern, wenn die geistige Kraft nachlässt. Wo wird sich das erst hin entwickeln, wenn man Sterbehilfe legalisiert. In Belgien und den Niederlanden wird "Euthanasie" zudem schon bei Menschen praktiziert, die einfach nur lebensmüde sind, oder an einer behandelbaren! Depression leiden. Und um jeden wütenden Kommentar vorzubeugen, jeder hat das Recht zu sterben, wann er will. Hier geht es um die Frage, ob man einem Menschen gestatten darf, diesen Prozess aktiv zu begleiten. Alles eine Frage der Hemmschwelle.
4. Deutschland
tinosaurus 19.10.2014
bleibt vorerst rückständig in Sachen Seterbehilfe. Hier maßen sich paar wenige Bedenkenträger an, über den ausdrücklichen Wunsch der Mehrheit hinweg zu entscheiden. Es ist traurig und beschämend genug, dass Sterbende in die Schweiz fahren müssen. Tiere haben es hier allerdings einfacher. Die werden gnädigerweise eingeschläfert und müssen nicht leiden.
5. Ev. Kirche
Eduschu 19.10.2014
Die ev. Kirche wird sich auch in diesem Fall für die Modernisierung entscheiden. Sie wird sich dabei von der Frage leiten lassen, wie aus humanistischen Gesichtspunkten zu entscheiden wäre. Das ist zwar aller Ehren wert, aber hierzu bedarf es keiner Kirche, vor allem keiner, die die Beurteilung des Suizids und Beihilfe zu diesem nicht anhand der Bibel trifft. Wo doch die ev. Kirche einst so stolz darauf war, allein nach der Bibel zu handeln. Aber wer mittlerweile kirchliche Feiern zur Ehescheidung anbietet .... Ich möchte das recht verstanden wissen: Über das Thema Beihilfe zum Suizid habe ich nicht geurteilt. Man braucht jedoch die Ansichten einer ev. Kirche zu diesem Thema nicht.
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