Schlag gegen Drogenkartell Polizei stürmt Versteck von "El Chapo"-Anhängern

Erst der Boss, jetzt die Gefolgsleute: Die mexikanische Polizei hat 22 Mitglieder des Sinaloa-Kartells von "El Chapo" festgenommen. Zwei Menschen kamen bei dem Großeinsatz ums Leben.

Sitzt seit wenigen Wochen wieder in Haft: Drogenboss "El Chapo"
AFP

Sitzt seit wenigen Wochen wieder in Haft: Drogenboss "El Chapo"


Wenige Wochen nach der Festnahme des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán hat Mexikos Polizei eine neue Großoffensive gegen sein Drogenkartell gestartet. Im Bundesstaat Sonora im Grenzgebiet zu den USA nahm die mexikanische Bundespolizei 22 Mitglieder des Sinaloa-Syndikats fest, zwei kamen bei dem Einsatz ums Leben.

Bei dem Zugriff wurden laut Polizei 250 Kilogramm Marihuana und 18 Waffen sichergestellt. In dem Versteck hätten die Drogenhändler auch Migranten untergebracht, die in die USA gebracht werden sollten, heißt es. Laut Medienberichten bekamen die mexikanischen Beamten die entscheidenden Hinweise für den Einsatz von US-Sicherheitsbehörden.

Guzmáns Kartell zählt zu den fünf größten Verbrecherorganisationen der Welt. Laut US-Justizministerium bringen die Sinaloa-Schmuggler und ihre Partner jeden Monat zwei Tonnen Kokain und zehn Tonnen Marihuana in mehr als tausend US-Städten an den Konsumenten. Mitglieder des Syndikats sollen auch in Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt sein.

Guzmán war aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen und am 8. Januar gefasst worden. Die USA haben seine Auslieferung beantragt. Sie werfen ihm unter anderem Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vor. Sicherheitsberater warnen, dass die Drogengeschäfte seines Kartells trotz seiner Festnahme florieren.

vet/dpa

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