Prozess gegen Ex-Drogenboss Sieben Frauen und fünf Männer richten über "El Chapo"

Mehr als hundert Kandidaten standen zur Auswahl, nun stehen die zwölf Geschworenen im Prozess gegen "El Chapo" fest. Aus Sicherheitsgründen bleiben sie anonym und werden jeden Verhandlungstag zum Gericht eskortiert.

Gericht in Brooklyn
JUSTIN LANE/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Gericht in Brooklyn


Die Jury für den Prozess gegen den ehemaligen mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán steht. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben am Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn sieben Frauen und fünf Männer als Geschworene ausgewählt, wie US-Medien berichteten. Vier Frauen und zwei Männer dienen demnach als Ersatzjuroren. Aus Sicherheitsgründen sollen die Geschworenen anonym über das Schicksal von Guzmán entscheiden.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP sind unter den Geschworenen mindestens drei Migranten. Fast alle Jury-Mitglieder hatten demnach schon vor dem Prozess von Guzmán gehört, die meisten zudem bereits eine Krimiserie über Guzmán oder den kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar gesehen.

Zur Auswahl standen rund hundert Kandidaten, das Auswahlverfahren fand seit Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mehrere potenzielle Juroren wurden schon Anfang der Woche aussortiert, darunter ein junger Mann, der um ein Autogramm des berüchtigten Angeklagten gebeten hatte sowie ein Michael-Jackson-Doppelgänger.

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Joaquín "El Chapo" Guzmán: Zweimal entflohen, nun vor Gericht

Die Geschworenen sollen am Dienstag vereidigt werden. Für sie gelten höchste Sicherheitsvorkehrungen: Ihre Namen werden geheim bleiben, und sie werden jeden Verhandlungstag zum Gericht eskortiert. Schätzungen zufolge könnte der Prozess wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen und der Schutzprogramme der teuerste in der Geschichte der USA werden. Laut Richter Brian Cogan wird das Verfahren wohl mehrere Monate dauern.

Kommenden Dienstag soll der Prozess mit den Eröffnungsplädoyers beginnen. Die Anklage wirft Guzmán unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und das Führen einer kriminellen Organisation - des mexikanischen Drogenkartells Sinaloa - vor. Er soll tonnenweise Kokain und Heroin in die USA geschmuggelt und damit Milliarden verdient haben. Zudem soll der 61-Jährige für bis zu 3000 Morde verantwortlich sein.

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Guzmán galt einst als mächtigster Drogenhändler der Welt. Seit seiner Auslieferung an die USA im Januar 2017 ist er in einem Hochsicherheitsgefängnis in New York. Ihm droht lebenslange Haft. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

aar/AFP/dpa

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