Mexikanischer Drogenboss "El Chapo" will an die USA ausgeliefert werden

Bislang versuchte der mexikanische Drogenboss alles, um seine Auslieferung an die USA zu verzögern. Nun bittet er um Tempo: Er sei bei schlechter Gesundheit und werde mit Schlafentzug gefoltert.

Polizeifoto von "El Chapo"
AFP

Polizeifoto von "El Chapo"


Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán will möglichst schnell an die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden. In Mexiko fürchte der frühere Chef des Sinaloa-Kartells um sein Leben, sagte dessen Anwalt José Refugio Rodríguez am Mittwoch im Radiosender Fórmula.

Sein Mandant sei bei schlechter Gesundheit. Er werde im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano mit Schlafentzug gefoltert. Aus Sicherheitsgründen wird "El Chapo" alle vier Stunden geweckt. "Er will, dass diese Folter aufhört", sagte sein Anwalt. "Er ist niedergeschlagen, gedemütigt vom mexikanischen System."

Nach seinem spektakulären Ausbruch aus einem Gefängnis war der Drogenboss im Januar erneut gefasst worden. Die USA haben die Auslieferung beantragt. Die US-Behörden werfen ihm unter anderem Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Geldwäsche vor.

Bislang hatte Guzmán mit Rechtsmitteln versucht, seine Auslieferung in die Vereinigten Staaten hinauszuzögern. Zuletzt habe er ihm aber gesagt, er solle Verhandlungen mit der US-Regierung aufnehmen, sagte Rodríguez. "El Chapos" Anwalt in den Vereinigten Staaten werde nun sondieren, ob die US-Behörden eine Strafminderung oder die Unterbringung in einem Gefängnis mittlerer Sicherheitsstufe anbieten.

Das Verfahren dürfte nach Einschätzung des Anwalts mindestens zwei Monate dauern. Die mexikanische Regierung hatte zuvor erklärt, der Auslieferungsprozess werde zwischen fünf und sechs Jahre in Anspruch nehmen.

sun/dpa

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